E-Rezept bleibt Wachstumstreiber für DocMorris, Verluste halten an
Die Versandapotheke DocMorris hat im ersten Halbjahr 2025 ihre Umsätze gesteigert, jedoch blieben die Gewinnzahlen weiter im negativen Bereich. Besonders bemerkenswert war das Wachstum im Bereich der E-Rezepte in Deutschland, auch wenn die Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllt wurden. Die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr wurde dennoch bestätigt. Der Umsatz stieg um 7,9 Prozent auf 572,1 Millionen Franken, umgerechnet 607 Millionen Euro, während er in Lokalwährungen um 10,2 Prozent zulegte. Insbesondere in Deutschland erzielte das Unternehmen 538,6 Millionen Franken: eine Steigerung von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Europaweit zeigte sich ein bescheideneres Wachstum von 3,5 Prozent, was Umsätze von 33,5 Millionen Franken einbrachte.
Der bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf minus 28,8 Millionen Franken, nach minus 20,1 Millionen im Vorjahr. Darüber hinaus wuchs der Nettoverlust auf 61,6 Millionen Franken im Vergleich zu 37,9 Millionen im Vorjahr, womit DocMorris auch hier hinter den Marktprognosen blieb.
Besondere Marktfokussierung liegt momentan auf verschreibungspflichtigen E-Rezepten. Hier konnte DocMorris ihren Umsatz beachtlich um 40,5 Prozent auf 109,7 Millionen Franken steigern – ein Plus von 43,5 Prozent in Lokalwährungen. Dennoch hatten Analysten auch hier höhere Erwartungen. Vom ersten zum zweiten Quartal verbuchte das Unternehmen einen weiteren Anstieg von 4,6 Prozent in Lokalwährungen. Eine stärkere Dynamik wird für den weiteren Jahresverlauf prognostiziert, unterstützt durch prall gefüllte Warenkörbe und gesteigerte Wiederbestellraten. Zusätzliche Unterstützung liefert ein jüngstes Urteil des Bundesgerichtshofes, das Rezept-Boni erlaubt und so die Wettbewerbsstärke verbessert.
Die anhaltend hohen Verluste resultieren laut Unternehmensführung vor allem aus den erheblichen Vorinvestitionen im Marketing, insbesondere durch TV-Kampagnen. Dennoch betont das Management erste strukturelle Verbesserungen im zweiten Quartal, die sich im weiteren Jahresverlauf positiv auswirken sollen.
Trotz einiger Herausforderungen hält DocMorris an den Jahreszielen fest und erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum von über 10 Prozent bei einem bereinigten Ebitda zwischen -35 Millionen und -55 Millionen Franken. Mittelfristig bleiben die Ziele für Umsatzwachstumsraten bei etwa 20 Prozent und eine Ebitda-Marge von rund 8 Prozent bestehen.

