Drohnenangriffe vor Gedenkfeiern: Moskaus Luftraum auf Probe gestellt
Russland sieht sich wenige Tage vor den Gedenkfeiern zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg mit neuen Drohnenangriffen auf seine Hauptstadt konfrontiert. Laut Aussagen des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin wurden mindestens 18 unbemannte Flugobjekte, die sich aus verschiedenen Richtungen auf Moskau zubewegten, von der Flugabwehr erfolgreich abgefangen. Trotz der Absturzstelle von Drohnentrümmern auf einer Autobahn wurden bislang keine gravierenden Schäden oder Verletzte gemeldet.
Parallel dazu berichteten die Behörden von der Abwehr ukrainischer Drohnen über den Gebieten Woronesch und Pensa. Auch dort wurden zunächst weder Schäden noch Verletzte bekanntgegeben. Aus Sicherheitsgründen entschied die Luftfahrtbehörde Rosawiazija, den Flugverkehr auf Moskaus vier Hauptflughäfen sowie den Flughäfen in Kaluga, Saratow und Wolgograd vorübergehend einzustellen.
Am Montag bestätigten russische Stellen bereits ähnliche Vorfälle, deren unabhängige Verifikation aktuell schwierig ist. Während Russland den 9. Mai mit einer Militärarade begeht, zu der auch Chinas Staatschef Xi Jinping erwartet wird, ordnete Kremlchef Wladimir Putin eine dreitägige Waffenruhe an. Die Ukraine bleibt skeptisch und verlangt eine längere Waffenruhe von 30 Tagen, was Russland ablehnt.
In der Zwischenzeit kommt es auch in der Ukraine zu Angriffen: Die Großstadt Charkiw wurde laut Bürgermeister Ihor Terechow von russischen Drohnen attackiert, wobei ein Wohnhaus in Brand geraten ist. Über mögliche Opfer liegen bislang keine Informationen vor. Die Verteidigungsreihen der Ukraine zielen regelmäßig auf Stützpunkte im Nachbarland, um den andauernden russischen Angriffskrieg zu kontern, dessen Auswirkungen auf die Ukraine verheerend sind.

