Direkter Dialog und seine Tücken: Das Ringen um den Umgang mit der AfD
Die brisante Debatte zwischen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und dem AfD-Landeschef Markus Frohnmaier hat für reichlich Zündstoff gesorgt. Während Befürworter auf die Notwendigkeit des Dialogs in einer Demokratie pochten, stellt sich weiterhin die Kernfrage: In welchem Maße ist eine Gesprächsbereitschaft mit einer Partei ratsam, die demokratische Werte grundlegend infrage stellt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet?
Die AfD agiert zunehmend als Sammelbecken rechtsextremer Einstellungen und verurteilt die Institutionen der Demokratie. Sie schürt Misstrauen gegenüber dem Rechtsstaat und verbreitet diffamierende Parolen gegen Menschen mit Migrationshintergrund. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die bisherige Strategie der Ausgrenzung seitens anderer Parteien nicht die gewünschten Erfolge gebracht hat.
Palmer hebt hervor, dass es an neuartigen Ansätzen im Umgang mit der AfD bedarf. Allerdings sollen Gespräche nicht auf Themen wie Wohnungsbau oder erneuerbare Energien beschränkt bleiben. Vielmehr müssten auch die Besorgnis erregenden Eigenschaften der AfD, wie die Verzerrung von Tatsachen und die Missachtung freiheitlicher Werte, in den Vordergrund rücken. Diese Herangehensweise könnte gegebenenfalls auch Anhänger der AfD dazu veranlassen, ihre politischen Perspektiven zu hinterfragen.

