Diplomatische Verwicklungen: Einbestellung des deutschen Botschafters in Moskau
Im Kontext einer zunehmend angespannten Beziehung zwischen Deutschland und Russland wurde der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff vom russischen Außenministerium einbestellt. Diese Maßnahme erfolgt als Antwort auf die Behandlung russischer Journalisten in Deutschland. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, dass Lambsdorff über mögliche Vergeltungsmaßnahmen informiert wurde, nachdem einem Mitarbeiter einer russischen Medienholding die Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis in Deutschland verweigert wurde.
Das Berliner Landesamt für Einwanderung hat bestätigt, dass der betroffene Russe und seine Familie Deutschland bis spätestens 19. August verlassen sollen. Diese Entscheidung basiert auf der Listung der Mediengruppe durch den Europäischen Rat auf der EU-Sanktionsliste im Februar 2023.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kritisierte die vermeintlichen Maßnahmen Deutschlands zur Erschwerung der Arbeitsbedingungen für russische Journalisten. Sacharowa hatte die Einbestellung sowie mögliche "Gegenmaßnahmen" angekündigt und bereits auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg mit Konsequenzen für deutsche Journalisten in Russland gedroht.
Als Botschaft ihrer Unzufriedenheit hat Russland in der Vergangenheit bereits Maßnahmen gegen ARD-Mitarbeiter ergriffen. Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich zurückhaltend in der Bewertung der aktuellen Einbestellung, da ihm ein entsprechender Bericht noch nicht vorlag. Auch von offizieller Seite des Auswärtigen Amtes gab es zunächst keine Stellungnahme.

