Diplomatische Ernüchterung: Kein baldiges Treffen zwischen Putin und Selenskyj erwartet
Bundeskanzler Friedrich Merz wirkt zunehmend skeptisch hinsichtlich eines schnellen diplomatischen Durchbruchs im Ukraine-Konflikt. Bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in dessen Sommerresidenz an der malerischen Côte d'Azur, äußerte Merz seine Zweifel an einem baldigen Gipfel zwischen Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Trotz intensiver Bemühungen auf internationaler Ebene erscheint ein persönliches Treffen der beiden Staatsoberhäupter momentan in weiter Ferne, so Merz.
Die Hoffnung auf rasche Fortschritte war zuletzt durch US-Präsident Donald Trump genährt worden. Trump hatte nach einem Gespräch mit Putin angedeutet, dass eine Einigung für ein Treffen mit Selenskyj in greifbare Nähe gerückt sei. Moskau dämpfte jedoch diese Erwartungen und stellte ein solches Gipfeltreffen lediglich als mögliche Endphase eines längeren Verhandlungsprozesses in Aussicht, was insbesondere von der ukrainischen Seite als taktisches Manöver zur Verzögerung kritisiert wurde.
Nicht nur Merz, sondern auch Außenminister Johann Wadephul zeigte sich reserviert gegenüber der vermeintlichen Verhandlungsbereitschaft Russlands. Im Gespräch mit dem Magazin 'Focus' erklärte Wadephul, er hege erhebliche Zweifel, ob überhaupt innerhalb naher Zukunft Gespräche zwischen den Konfliktparteien aufgenommen würden. Die Kluft zwischen Hoffnungen und Realität scheint trotz beständiger diplomatischer Bemühungen weiterhin groß zu bleiben.

