Diageo in Turbulenzen: Herausforderungen in China und fehlende Impulse in den USA belasten
Der britische Spirituosenriese Diageo, bekannt für renommierte Marken wie Johnnie Walker und Guinness, sieht sich aktuell mit bedeutenden Herausforderungen in China und einer sinkenden Kaufbereitschaft der amerikanischen Verbraucher konfrontiert. Der ursprünglich von Interims-CEO Nik Jhangiani ins Auge gefasste Plan für ein organisches Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr wird voraussichtlich nicht erreicht werden. Diageo prognostiziert gegenwärtig ein Umsatzergebnis auf Vorjahresniveau oder sogar leicht darunter – eine erhebliche Anpassung gegenüber der vorherigen Zielmarke von 1,7 Prozent Wachstum.
Die finanziellen Aussichten führten zu einem herben Einbruch am Aktienmarkt: Die im Stoxx 50 gelistete Diageo-Aktie verlor in London am Nachmittag fast sechs Prozent und rutschte auf 1.692 Pence ab. Über das gesamte Jahr betrachtet hat der Kurs ein Drittel seines Werts eingebüßt. Während die eher trüben Umsatzerwartungen teils erwartet wurden, kommen die Korrekturen beim operativen Gewinn unerfreulicher daher, bemerkt JPMorgan-Analystin Celine Pannuti. Insbesondere die Fokussierung auf die Einhaltung der Gewinnpläne hatte im Sommer Priorität.
Obwohl Diageo die Möglichkeit hat, durch Anpassungen am operativen Hebel nachzujustieren, wird ein organisches Wachstum von lediglich einem niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz erwartet, anstelle des zuvor prognostizierten mittleren einstelligen Bereichs. Die bereits kalkulierten 200 Millionen Dollar an erhöhten Zöllen in den USA belasten zusätzlich. CEO Jhangiani zeigt sich unzufrieden mit der aktuellen Performance und hat seit seinem Amtsantritt im Sommer einen verschärften Sparkurs eingeschlagen.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 musste Diageo infolge von Unternehmensverkäufen einen Umsatzrückgang von 2,2 Prozent auf knapp 4,9 Milliarden US-Dollar hinnehmen. Unverändert wäre der Erlös ohne diese Effekte stabil geblieben. Deutlich gravierender fielen die Rückgänge in den USA und insbesondere in China aus, wo die Regierung die Alkoholrichtlinien verschärft hat und 'Baijiu', bekannt als 'Chinese White Spirits', bei offiziellen Anlässen zunehmend ausgeschlossen wird.

