Deutz expandiert: Übernahme von Frerk für den KI-Markt
Der Kölner Motorenhersteller Deutz hat einen bedeutenden Schritt zur Expansion im Notstrom-Geschäft unternommen: Das Unternehmen übernimmt die niedersächsische Frerk, um seine Präsenz im Bereich der Notstrom-Aggregate zu verstärken und zugleich vom Aufschwung der Künstlichen Intelligenz zu profitieren. Dies wurde durch den kürzlich unterzeichneten Kaufvertrag besiegelt.
Der Kaufpreis liegt im oberen zweistelligen Millionenbereich und die kartellrechtliche Genehmigung steht noch aus. An der Börse wurden die Neuigkeiten mit Begeisterung aufgenommen. Der Aktienkurs von Deutz sprang zeitweise um fast sieben Prozent nach oben und verweilt nun mit einem Zuwachs von gut drei Prozent bei rund 8,57 Euro. Insgesamt hat sich der Wert der Aktie im laufenden Jahr mehr als verdoppelt.
Der Abschluss der Übernahme wird für das erste Quartal 2026 erwartet. Für den Deutz-Konzern, der 2024 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erzielte, verspricht die Akquisition ein zusätzliches profitables Wachstum von etwa 100 Millionen Euro. Frerk, mit Sitz in Schweringen im Landkreis Nienburg, zählt rund 200 Mitarbeiter und spezialisiert sich auf die Fertigung von Notstrom-Aggregaten.
Etwa 50 Prozent der Produktion besteht aus Diesel- und Gasanlagen, die in Rechenzentren genutzt werden, um im Störfall einen unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Im Zuge des digitalen Wandels wird der Energiebedarf der Künstlichen Intelligenz noch intensiver. Die Versorgung von Rechenzentren, die als Speicher für riesige Datenmengen fungieren, wird dadurch immer wichtiger. Deutz erhofft sich durch den Kauf von Frerk, weltweit führend im Bereich der Notstromlösungen zu werden, speziell für Rechenzentren. Bereits in den USA hat Deutz eine Tochtergesellschaft, die unter anderem Supermärkte mit Notstrom versorgt.
Deutz-Chef Sebastian Schulte erklärte, dass die Übernahme von Frerk den Konzern nicht nur breiter aufstellt, sondern auch unabhängiger vom traditionellen Geschäft mit Verbrennungsmotoren macht. „Wir konzentrieren uns auf wachstumsstarke Märkte, wo wir unser Know-how bestmöglich einsetzen können“, so Schulte. Marc Hiller, Geschäftsführer von Frerk, sieht in Deutz den idealen Partner für zukünftiges Wachstum. „Wir freuen uns, von der starken Marke und dem globalen Netzwerk von Deutz profitieren zu können“, äußerte sich Hiller optimistisch.

