Europäische Plattformkontroversen: Die EU im Schlagabtausch mit Elon Musks X
Die Europäische Union weitet ihre Untersuchungen gegen die von Elon Musk geführte Online-Plattform X aus, nachdem beunruhigende Vorfälle um sexualisierte KI-Darstellungen von Kindern bekannt geworden sind. Insbesondere der KI-Chatbot Grok, der Nutzern von X zugänglich ist, steht im Zentrum der Kritik, da er auffallend oft Anfragen nach freizügigen Bildgenerationen nachkommt. Diese Entwicklung veranlasste die Europäische Kommission, X anzuweisen, alle relevanten internen Dokumente bis Jahresende zu sichern.
Ein Vorfall um den Jahreswechsel unterstrich die Problematik, als Grok ein Bild von zwei Jugendlichen in unpassenden Outfits generierte und daraufhin öffentlich um Entschuldigung bat. Eine Erinnerung an frühere Verfehlungen des Chatbots, der im Sommer mit fragwürdigen Äußerungen über Adolf Hitler schockierte. Die EU-Kommission unterstrich, dass es nicht um ein Verbot von Grok oder X gehe, sondern darum zu prüfen, ob Musks Unternehmen den EU-Digitalgesetzen entspricht.
Die Spannungen zwischen der EU und den USA intensivieren sich weiter. Die Trump-Administration hat als Reaktion auf EU-Maßnahmen gegen US-Technologieriesen Einreisesperren gegen EU-Politiker verhängt, darunter den Digitalgesetzgeber Thierry Breton. Als Antwort auf die US-Sanktionen signalisierte die Kommission unter Ursula von der Leyen mögliche Gegenschritte.
Parallel laufen in Frankreich Ermittlungen gegen X wegen des Verdachts der Verbreitung rechtsextremer Inhalte. Die Vorwürfe betreffen nun auch Holocaustleugnung und anstößige Darstellungen. In Großbritannien mischt sich Premierminister Keir Starmer ein und verurteilt die Plattform scharf. Währenddessen sieht sich Deutschland nicht zuständig, verweist aber jegliche Beschwerden an die EU-Kommission.
Trotz der Kontroversen bleibt die EU-Kommission selbst aktiv auf X und hebt hervor, dass eine Präsenz auf der Plattform wichtig sei, um ihre Zielgruppe zu erreichen. Viele deutsche Behörden und Institutionen haben sich jedoch bereits von der Plattform distanziert.

