Deutschland und Indien: Gemeinsam auf Wachstumskurs
Die deutsch-indische Zusammenarbeit nimmt neuen Schwung auf, angetrieben von Bundesaußenminister Johann Wadephuls Entschlossenheit, die Beziehungen zu Indien zu vertiefen. Deutschland sieht in Indien, der weltweit größten Demokratie mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern, einen zentralen Partner, um seine internationale wirtschaftliche Position zu stärken und breiter aufzustellen. Wadephul betont die strategische Bedeutung dieser Partnerschaft bei seinem Besuch in Indien, bei dem auch Sicherheits- und Verteidigungskooperationen thematisiert werden.
Vor dem Hintergrund der jüngsten handelspolitischen Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump nutzt der Minister seine Reise, um die Zusammenarbeit in Bereichen wie Forschung, Wissenschaft und Fachkräfteeinwanderung zu fördern. So möchte er in Bengaluru, bekannt als Hochburg der High-Tech-Industrie, die Innovationskraft des Landes besser verstehen und neue Kooperationsfelder erschließen. In Neu Delhi stehen politische Themen im Vordergrund, besonders die Beziehungen zu Russland und China, zwei zentralen Akteuren im globalen Wirtschaftsgefüge.
Wadephul tritt zudem für eine zügige Verhandlung eines Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EU ein. Ein solches Abkommen würde Zölle reduzieren und Lieferketten vereinfachen, was beide Wirtschaften erheblich beleben könnte. Es ist das Ziel beider Seiten, noch in diesem Jahr eine Einigung zu erzielen, nachdem bereits zwischen 2007 und 2013 derartige Gespräche stattfanden und erst vor drei Jahren wieder aufgenommen wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Gespräche ist die Fachkräftegewinnung. Indische Fachkräfte nehmen bereits eine bedeutende Rolle in der deutschen Wirtschaft ein, und Wadephul möchte die nötigen Strukturen für eine verstärkte Fachkräftezuwanderung verbessern. Dies umfasst schnellere Visa-Verfahren und gezielte Sprachausbildung, um sicherzustellen, dass die talentierten Köpfe aus Indien eine wesentliche Säule für das Wachstum der deutschen Industrie bleiben.

