Deutschland lehnt geplante EU-Gentechnik-Lockerungen ab
Die Bundesrepublik Deutschland wird den Plänen der EU, die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel zu lockern, nicht zustimmen. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte in einem Interview mit RTL/ntv, dass eine transparente Kennzeichnung der Lebensmittel entscheidend sei, um den Verbrauchern die Wahlfreiheit zu garantieren.
Nach dem jüngsten Kompromiss zwischen den Unterhändlern der EU-Staaten und des Europaparlaments könnten viele gentechnisch veränderte Lebensmittel ohne besondere Kennzeichnung verkauft werden. Diese zukunftsweisende Regelung betrachtet man als bedeutende Veränderung der bislang strengen Gentechnikgesetze der EU.
Sie muss allerdings noch formal von den EU-Staaten und dem Europaparlament bestätigt werden, wobei die Entscheidung der EU-Staaten am kommenden Freitag erwartet wird. Schneider unterstrich die Haltung der Bundesregierung, dass die momentan vorgeschlagenen Regelungen nicht den notwendigen Anforderungen an Verbrauchertransparenz genügten.
Er deutete an, dass Deutschland dem Vorschlag nicht zustimmen werde, solange keine ausreichende Kennzeichnung vorgesehen ist. Trotz der ablehnenden Haltung Deutschlands gehen Experten davon aus, dass die anderen EU-Staaten auch ohne die Zustimmung der Bundesregierung eine ausreichende Mehrheit für die Neuerungen erzielen könnten.

