Deutschland im demografischen Wandel: Schrumpfende Bevölkerung
Eine aktuelle Schätzung des Statistischen Bundesamtes prognostiziert, dass die Bevölkerung Deutschlands bis Ende 2025 auf etwa 83,5 Millionen Menschen zurückgehen wird. Damit würde sie um rund 100.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen, womit sich ein Trend fortsetzt, den Deutschland zuletzt zwischen 2003 und 2010 sowie im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 erlebt hatte. Zwischen 2011 und 2024 stieg die Bevölkerungszahl – abgesehen von 2020 – kontinuierlich an.
Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das zunehmende Geburtendefizit: Auch im Jahr 2025 übersteigt die Anzahl der Sterbefälle die der Geburten, wobei die Differenz größer wird und die Nettozuwanderung nicht mehr in der Lage ist, diese Lücke zu schließen. So wird mit nur noch 640.000 bis 660.000 Geburten gerechnet, während gut eine Million Todesfälle erwartet werden. Das resultierende Geburtendefizit von 340.000 bis 360.000 übertrifft jenen der 2010er Jahre, in denen es im Durchschnitt bei 171.423 lag.
Zudem gerät die Nettozuwanderung unter Druck: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 stiegen 220.000 Personen mehr ein als ausreisten, ein klarer Rückgang gegenüber den 391.500 des Vorjahreszeitraums. Während im gesamten Jahr 2025 mit einer Nettozuwanderung von 220.000 bis 260.000 Personen zu rechnen ist, liegt dieser Wert mindestens 40 Prozent unter dem von 2024. Solche niedrigen Zahlen wurden zuletzt im Jahr 2020 verzeichnet, und der langjährige Durchschnitt zwischen 1990 und 2024 lag bei einem deutlich höheren jährlichen Wanderungssaldo von 356.000 Personen.

