Deutsche Unternehmen kürzen Investitionen in den Klimaschutz
Eine aktuelle Analyse von KfW Research zeigt, dass deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr deutlich weniger in Klimaschutzmaßnahmen investiert haben. Insbesondere bei größeren Unternehmen verzeichnete man Einsparungen bei Investitionen in alternative Energiequellen, Dämmungen und Wärmepumpen. Insgesamt sanken die Ausgaben aller Unternehmen um 5 Milliarden Euro, ein Rückgang von 5,5 Prozent auf jetzt 80 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Preissteigerungen beläuft sich der Rückgang der Investitionen sogar auf 7,8 Prozent, was die wirtschaftliche Stagnation widerspiegelt.
Besonders auffällig ist der Investitionsrückgang bei Großunternehmen mit mehr als einer halben Milliarde Euro Jahresumsatz. Trotz der Tatsache, dass 86 Prozent dieser Firmen Projekte im Klimaschutzbereich initiierten – mehr als je zuvor – sanken die durchschnittlichen Investitionsvolumen merklich. KfW Research ermittelte einen Rückgang der relevanten Investitionen in dieser Unternehmensgröße um 18,5 Prozent auf 42 Milliarden Euro.
Im Gegensatz dazu haben mittelständische Unternehmen ihre Investitionen in Klimaschutz stark erhöht, wenn auch von einem weitaus niedrigeren Ausgangsniveau. Der Anteil der investierenden Mittelständler hat sich auf rund 15 Prozent nahezu verdoppelt, und die eingesetzten Mittel wuchsen preisbereinigt um 7,8 Prozent. Allerdings ging auch bei ihnen die durchschnittliche Investitionssumme pro Unternehmen zurück – von 146.000 Euro im Jahr 2023 auf nun 91.000 Euro.
KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher erklärt, dass die finanziellen Ressourcen bei Großunternehmen begrenzt seien und andere Prioritäten Vorrang hätten, insbesondere da Kunden weniger auf Klimaschutzbeiträge drängen. Dennoch sei es für das Erreichen der Klimaziele unerlässlich, die Investitionen deutlich zu steigern. Schumacher fordert einen verlässlichen Rahmen für Klimaschutzinvestitionen und bezeichnet langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren als bedeutende Hindernisse.

