Deutsche Staatsanleihen unter Druck – EZB belässt Zinsen unverändert
Die Kurse deutscher Staatsanleihen zeigten am Freitag Schwäche, während der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,10 Prozent auf 129,25 Punkte sank. Dies führte zu einem Anstieg der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 2,65 Prozent. Im Fokus stand die Europäische Zentralbank (EZB), die am Donnerstag ihre abwartende Haltung bekräftigte.
Experten der Dekabank betonten, dass die Hürde für Leitzinssenkungen hoch bleibt. Die EZB sieht weniger Gefahren für das Wirtschaftswachstum und hat ihre Inflationseinschätzung bestätigt. Zinssenkungen bleiben auf absehbare Zeit unwahrscheinlich, auch wenn im weiteren Verlauf des Handels Kommentare von EZB-Vertretern zur Geldpolitik zu erwarten sind.
Zusätzliche Impulse erwarteten Marktteilnehmer am Vormittag durch die Veröffentlichung der Verbraucherpreise für Oktober. In Frankreich hat sich die Inflation wie prognostiziert abgeschwächt und verzeichnet mit einer Rate von 0,9 Prozent weiterhin einen niedrigen Wert im europäischen Vergleich. Aus den USA fehlt am Nachmittag erhoffte Unterstützung, da der anhaltende Shutdown und das Fehlen wichtiger Konjunkturdaten wenig Optimismus an den Finanzmärkten zulassen. Ein baldiges Ende der teilweisen Schließung der Bundesbehörden ist weiterhin nicht in Sicht.

