Deutsche Bauwirtschaft mit leichtem Aufwärtstrend: Einfamilienhäuser als Treiber
Die aktuelle Lage auf dem deutschen Wohnungsbaumarkt zeigt einen leichten Aufwärtstrend. Im ersten Halbjahr wurden rund 110.000 neue Wohnungen genehmigt – ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das einen Tiefstand seit 2010 markierte. Diese positive Entwicklung geht aus den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor und umfasst sowohl Neubauten als auch Wohnungen in bestehenden Gebäuden.
Ein bemerkenswerter Faktor hierbei ist die Zunahme der Einfamilienhäuser: Die Genehmigungen stiegen um satte 14,1 Prozent auf insgesamt 21.300 Einheiten. Im Kontrast dazu verzeichneten Zweifamilienhäuser einen Rückgang, mit einem Minus von 8,3 Prozent und nur noch 6.000 genehmigten Wohneinheiten. Der Bereich der Mehrfamilienhäuser, der für die Entspannung der Wohnraumknappheit von besonderer Bedeutung ist, blieb nahezu unverändert bei 57.300 neu genehmigten Wohnungen.
Obwohl diese Genehmigungen einen ersten Ausblick auf die zukünftige Bautätigkeit geben, wird nicht jedes Projekt realisiert oder es kommt zu Verzögerungen. Im vergangenen Jahr fiel die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auf 251.900, den niedrigsten Stand seit 2015. Die Bauzeiten zwischen Genehmigung und Fertigstellung haben sich seit 2020 um sechs Monate verlängert und betragen nun im Durchschnitt 26 Monate. Diese Verzögerungen stellen eine Herausforderung für den dringend benötigten Wohnraum dar.

