Der wahre Preis von GTA 6: Rockstar feuert Mitarbeiter und der Grund ist ein Pulverfass
Im Schatten des wohl am sehnlichsten erwarteten Spiels der Dekade, Grand Theft Auto 6, hat sich ein beunruhigendes Drama entfaltet, das die gesamte Branche erschüttert. Berichten zufolge hat Entwicklergigant Rockstar Games zwischen 30 und 40 seiner Mitarbeiter in den Niederlassungen in Großbritannien und Kanada entlassen. Während Entlassungen in der volatilen Spielebranche leider keine Seltenheit mehr sind, ist es der erbitterte Streit um die wahren Gründe, der diesen Fall zu einem hochexplosiven Pulverfass macht. Zwei diametral entgegengesetzte Narrative prallen aufeinander und zeichnen ein düsteres Bild vom Zustand hinter den Kulissen.
Fehlverhalten gegen Gewerkschaftsbekämpfung
Die offizielle Lesart von Take-Two Interactive, dem Mutterkonzern von Rockstar Games, ist kurz und bündig: Die Kündigungen seien aufgrund von „schwerwiegendem Fehlverhalten“ erfolgt, und man unterstütze die Entscheidung des Entwicklerstudios vollumfänglich. Doch dieser Darstellung widerspricht die Independent Workers‘ Union of Great Britain (IWGB) aufs Schärfste. Deren Präsident, Alex Marshall, schlägt in einer Brandrede Alarm und behauptet, alle gefeuerten Mitarbeiter seien entweder bereits Teil einer Gewerkschaft gewesen oder hätten versucht, sich zu organisieren. Er bezeichnet die Entlassungen als „flagranten Rechtsbruch“ und als einen „unverhohlenen und rücksichtslosen Akt der Gewerkschaftsbekämpfung“.
Ein alarmierender Präzedenzfall
Diese beunruhigenden Nachrichten fallen nicht vom Himmel, sondern fügen sich in ein verstörendes Muster ein, das die gesamte Videospielindustrie durchzieht. Ein turbulentes Jahr hat bereits Tausende von Entlassungen bei Branchenriesen wie Amazon und Microsoft gesehen. Die Vorwürfe der gezielten Bekämpfung gewerkschaftlicher Organisation sind ebenfalls kein Novum; Konzerne wie Activision Blizzard und Nintendo sahen sich bereits ähnlichen Anschuldigungen ausgesetzt. Ein besonders alarmierender Präzedenzfall ereignete sich während der Entwicklung von Dragon Age: The Veilguard, als sämtliche gewerkschaftlich organisierten QA-Tester, die an dem Projekt arbeiteten, entlassen wurden – just nachdem sie die erste Gewerkschaft der kanadischen Spielebranche gegründet hatten.
Die allgegenwärtige Angst um die Zukunft
Unabhängig vom wahren Grund hinter den Kündigungen bei Rockstar stehen Dutzende von Entwicklern vor einer ungewissen Zukunft, und die allgegenwärtige Angst in der Branche wächst weiter. Zu den Sorgen über sich verändernde Märkte und die Nachwirkungen der übermäßigen Einstellungen während der Pandemie gesellt sich nun eine weitere, noch düsterere Wolke am Horizont: der unaufhaltsame Vormarsch künstlicher Intelligenz. Viele Entwickler befürchten, dass KI in den kommenden Jahren genutzt werden könnte, um ganze Berufsfelder und Verantwortungsbereiche zu übernehmen, was zu einer noch drastischeren Welle von Arbeitsplatzverlusten ab 2026 und darüber hinaus führen könnte.


