Der Deutsche Grill trotz Klimaschutz: Ein unverändert starkes Ritual
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass der Klimawandel für die Mehrheit der Deutschen kein Grund ist, ihre geliebten Grilltraditionen zu überdenken. Trotz wachsender Klimasorgen verneinen 68 Prozent der Befragten eine Veränderung ihrer Grillgewohnheiten in den letzten Jahren. Lediglich 9 Prozent gestehen ein, ihr Verhalten beeinflusst durch die Klimadebatte angepasst zu haben.
Ein auffälliger Anteil von 22 Prozent gibt an, nie Teil dieses sommerlichen Rituals zu sein. In Bezug auf die Bedeutung des Klimaschutzes beim Grillen, zeigt sich die Mehrheit der Deutschen gelassen. Für 32 Prozent spielt Klimaschutz beim Grillen keine Rolle, während 29 Prozent sich neutral geben. Nur 20 Prozent der Befragten messen dem Umweltbewusstsein bei ihren Grillentscheidungen eine hohe Bedeutung bei.
Dennoch weist das Umweltbundesamt auf die Relevanz von nachhaltiger Grillkohle hin, betont jedoch, dass die Wahl des Grillgutes größeren Einfluss hat. Ein regionales Gemüse sei, so der Experte Christian Liesegang vom Umweltbundesamt, weitaus vorteilhafter als importiertes Fleisch. Interessanterweise offenbaren 12 Prozent der Grillfreunde Interesse an vegetarischen und veganen Alternativen, während ein beachtlicher Teil der Vegetarier und Veganer auf dem Grill saisonales Gemüse und Pilze bevorzugen.
Die Frage, ob das Gros der Deutschen in der Zukunft bewusster grillen wird, ergibt ein gemischtes Bild: Ein Viertel bleibt nach wie vor traditionellen Methoden treu. Die Umfrage lässt darauf schließen, dass nachhaltige Grillmethoden und ein verringerter Fleischkonsum durchaus Beachtung finden, vor allem unter denjenigen, die ihr Verhalten bereits angepasst haben.
Knapp die Hälfte dieser Gruppe grillt nun seltener und bevorzugt alternative Methoden wie Gas- oder Elektrogrills. Auch fleischlos grillen gehört für einige mittlerweile dazu, getragen von einem breiteren gesellschaftlichen Trend hin zu mehr Umweltbewusstsein.

