Depot auf Schrumpfkur: Hoffnung auf Neustart durch Neuausrichtung
Der bekannte Deko-Händler Depot plant drastische Maßnahmen, um sich für die Zukunft neu aufzustellen. Von seinen einst rund 400 Geschäften in Deutschland bleiben nach den angekündigten Schließungen lediglich zwischen 150 und 180 übrig. Bereits in den ersten Monaten haben 45 Filialen ihre Türen geschlossen, 54 weitere stehen auf der Streichliste für April und Mai. Doch das Ende des Sparkurses ist noch nicht erreicht, denn Verhandlungen mit Vermietern laufen noch.
Durch die Filialschließungen sind rund 2.000 der insgesamt 3.300 Beschäftigten von einem Jobverlust bedroht. Christian Gries, Eigentümer der Gries Deco Company, zu der Depot bisher gehört, sieht darin jedoch die einzige Überlebenschance für das Unternehmen. Die Optimierung der Kosten und die Einführung neuer Geschäftsmodelle sollen Depot zurück auf Erfolgskurs führen.
Der Strukturwandel des Deko-Anbieters ist Teil eines umfassenderen Plans: Die Gries Deco Company wird abgewickelt, während Depot in die neu gegründete GDC Deutschland GmbH übergeht. Eine positive Note in diesem Prozess ist die Zustimmung des Gläubigerausschusses zum Kaufvertrag, was den Fortbestand des Unternehmens sichern soll. Interessanterweise wird auch Marco De Benedetti, ehemaliger Deutschlandchef von Tupperware, die neue Geschäftsführung verstärken.
Nicht nur die Umstrukturierungen beschäftigen den Markt: Die Konkurrenz durch Anbieter wie dem Online-Marktplatz Temu und dem Discounter Action nimmt zu. In Zeiten einer gedämpften Konsumstimmung ziehen sich einige Einzelhändler zurück, und auch bei etablierten Ketten wie Aldi gibt es Veränderungen. Für Depot bedeutet dies, die Kreativität und Anpassungsfähigkeit zu steigern, sowie den E-Commerce-Bereich zu forcieren, um im hart umkämpften Markt bestehen zu können.
Zusätzlich stehen Tochtergesellschaften im Ausland unter Druck. In Österreich hat sich das Filialnetz bereits auf 27 Standorte verringert, in der Schweiz sind alle geschlossen. Laut Prognosen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) verliert die Branche in diesem Jahr insgesamt 4.500 Geschäfte, was die Herausforderungen des stationären Handels nochmals verdeutlicht und Unternehmen wie Depot zu Anpassungen zwingt, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

