De Meo zum Markenaufbau: Storytelling entscheidend
Automanager hat Zweifel am erfolgreichen Markenaufbau chinesischer Hersteller
Stuttgart, 18.12.2025 (lifePR) - Großen Respekt hat der bisherige Renault-Konzernchef Luca de Meo vor der chinesischen Autoindustrie. Zugleich sieht er sie vor dem Problem, chinesische Marken aufzubauen, die für bestimmte Werte stehen. „Ich bewundere sehr, was die chinesische Automobilindustrie in den letzten 15 Jahren erreicht hat. Sie hat sich erfolgreich von einer reinen Werkbank zu echten Innovationstreibern entwickelt“, sagt de Meo im Gespräch mit auto motor und sport. „Aber die Fähigkeit, eine Marke zu schaffen, das Storytelling, das ist etwas anderes. Es gibt einen bestimmten Kodex, wie man eine Marke etabliert, der weltweit gültig ist. Aber manchmal kommt es mir so vor, als würde man in China für jedes Auto eine neue Marke erfinden. Offensichtlich erwarten die Chinesen, dass ein neues Produkt mit neuer Technologie auch von einer neuen Marke stammt. In der westlichen Welt wollen wir das bekannte Logo auf dem Auto sehen, weil es beruhigend ist zu wissen, zu welcher Marke es gehört.“
De Meo zweifelt, dass chinesische Hersteller wirklich eine Markengefühl aufbauen können. „Auf der einen Seite sind die Chinesen sehr technologiegetrieben, ja. Und Technologie ist natürlich auch relevant. Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, ob sie in der Lage sein werden, neue Marken dauerhaft zu etablieren. Man kann westliche Designer holen und neue Autos entwerfen lassen. Aber es ist eine Sache, ein Auto und eine Ästhetik zu gestalten. Eine neue Marke mit all dem Storytelling dahinter aufzubauen, mit bestimmten Werten, ist so viel mehr. Eben das, was man hinter dem Stern oder den vier Ringen erwartet.“
Redakteur: Stefan Cerchez

