DAX auf Achterbahnfahrt: Anleger blicken gespannt auf Trump und Davos
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich zur Wochenmitte weiterhin von seiner unsicheren Seite. Im Fokus der Investoren steht der Auftritt von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos, das in den kommenden Tagen stattfindet. Die jüngsten Marktbewegungen werden vor allem durch Trumps Ankündigung neuer Zölle im Rahmen des Grönland-Streits befeuert, die am Wochenende für einen deutlichen Rückgang im DAX sorgten.
Vom Höchststand vergangene Woche bei 25.507 Punkten hat der deutsche Leitindex zwischenzeitlich rund 1.000 Punkte eingebüßt, womit er die Jahresgewinne fast vollständig abgab. Nur eine Stunde vor Beginn des Xetra-Handels deutet der vorbörsliche X-Dax auf einen Stand von 24.670 Punkten hin. Dieser Wert liegt etwa 0,1 Prozent unter dem Vortagsabschluss, bleibt aber oberhalb des bisherigen Korrekturtiefs.
Auch der EuroStoxx 50, das Pendant zum DAX für die Eurozone, wird im Minus erwartet, nachdem er ebenfalls in der vergangenen Woche Rekorde verzeichnete. Anlagestratege Henry Morrison-Jones von der UBS betonte, dass die Reaktionen der Anleihemärkte auf politische Ankündigungen wie die „Zölle 2.0“ von Trump typischerweise zwischen dem vierten und sechsten Tag ihren Höhepunkt erreichen. Bislang sei die Reaktion allerdings moderat geblieben.
Morrison-Jones hob jedoch hervor, dass ein verstärkter Zinsanstieg als Ergebnis dieser Pläne Trump möglicherweise von seiner aggressiven Rhetorik abbringen könnte. Besonders empfindlich gegenüber den Zolldrohungen sind aus seiner Sicht die Branchen Automobil, Chemie und Bau. Am Montag fielen die Autoaktien auf den tiefsten Stand seit Oktober.
Vorbörslich zeigen sich BMW und VW auf der Handelsplattform Tradegate stabil, während Mercedes leicht nachgibt. Ein positiver Ausreißer ist Qiagen, deren Aktien aufgrund erneuter Übernahmespekulationen um gut sechs Prozent zulegen. Bereits am Vortag hatten sie kurz vor Börsenschluss zweistellig zugelegt. Ebenso hoch im Kurs stehen Aixtron-Titel, die von einer positiven Bewertung durch JPMorgan profitieren. Analyst Craig McDowell sieht für den Chipausrüster eine vielversprechende Zukunft mit einem breiten Aufschwung in allen Produktkategorien.

