D66 triumphiert bei den niederländischen Parlamentswahlen
Die niederländische Parlamentswahl brachte einen klaren Sieger hervor: Die linksliberale D66 konnte das Rennen für sich entscheiden. Der Wahldienst der renommierten Nachrichtenagentur ANP verkündete nach fast vollständiger Stimmenauszählung das vorläufige Ergebnis, welches D66 mit einem Vorsprung von etwa 15.000 Stimmen vor der Partei des rechtspopulistischen Geert Wilders auszeichnete. Nachdem das Wahlergebnis seit der Wahlnacht am Mittwoch unklar war, konnte sich D66 letztlich deutlich von Wilders' Partei absetzen.
Gemäß ANP sind die Demokrat:innen mit ihren bislang erreichten 27 Sitzen von der Konkurrenz kaum noch einzuholen. Im Gegensatz dazu musste Wilders’ Partei für die Freiheit (PVV) infolge deutlicher Verluste bei dieser Wahl einen Rückschlag hinnehmen und ist mit nur 26 Sitzen im Parlament vertreten. Noch stehen die Ergebnisse von rund 90.000 Briefwahlstimmen aus, die am Montag erwartet werden. Prognosen zufolge wird D66 auch hierbei die Nase vorn haben.
Traditionell obliegt es der erfolgreichsten Partei, als erste eine Regierungskoalition zu versuchen. Infolgedessen hat Rob Jetten, der Spitzenkandidat von D66, beste Aussichten auf das Amt des Regierungschefs. Die Bildung der neuen Regierung erfordert die Kooperation von vier Parteien, um eine stabile Mehrheit zu sichern. Potentielle Partner für D66 sind die Christdemokraten und die rechtsliberale VVD.
Trotz der erfolgreichen Wahl hat die Partei von Wilders keine Koalitionsperspektiven, da alle großen Parteien eine Zusammenarbeit mit ihm kategorisch abgelehnt haben. Die Neuwahlen wurden nach dem vorzeitigen Ende der letzten Regierung im Juni nötig. Diese galt als die am weitesten rechts stehende in der Geschichte der Niederlande. Durch eine taktische Entscheidung verzichtete Wilders damals auf das Ministerpräsidentenamt. Stattdessen übernahm Dick Schoof, ein parteiloser ehemaliger Spitzenbeamter, das Amt, bevor Wilders im Juni den Bruch forciert hatte.

