Covestro in arabischer Hand: Neuer Eigentümer Adnoc signalisiert Vertrauen in deutsches Chemiepotenzial
Der Chemiespezialist Covestro wird zukünftig von der arabischen Tochtergesellschaft des Staatsunternehmens Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geführt. Nachdem die EU-Kommission bereits ihr Einverständnis gegeben hatte, hat nun auch das Bundeswirtschaftsministerium grünes Licht für die Übernahme durch XRG, den Investitionsarm von Adnoc, erteilt. Covestro und XRG verkündeten gemeinsam die erfolgreiche regulatorische Genehmigung. XRG repräsentiert die Investitionskraft der Abu Dhabi National Oil Company und öffnet für Covestro neue Horizonte der Zusammenarbeit.
Covestro entstand im Jahr 2015 aus der Kunststoffsparte des Chemie-Riesen Bayer und hat sich als eigenständiges Unternehmen etabliert. Es produziert unter anderem Chemikalien für Hart- und Weichschäume, die in Haushaltsgeräten und der Automobilindustrie Anwendung finden. Das Unternehmen beschäftigt etwa 17.500 Mitarbeiter weltweit, davon sind über 7.000 in Deutschland ansässig, hauptsächlich in Leverkusen, Dormagen, Krefeld (Uerdingen) und Brunsbüttel.
Das deutsche Management zeigt sich optimistisch bezüglich des neuen Eigentümers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Markus Steilemann, CEO von Covestro, sieht in XRG einen starken und langfristig ausgerichteten Partner, der Innovation und digitale Transformation fördern wird. Ziel sei, führend in der chemischen Industrie zu werden. Bemerkenswert ist auch die Aussage von XRG-Manager Rainer Seele, der ambitioniert eine Spitzenposition unter den globalen Chemie-Investoren anstrebt.
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) bewertet die Übernahme als positives Signal für den Standort Deutschland. Sie sieht in der Partnerschaft mit Adnoc einen strategischen Schritt zur Weiterentwicklung des Unternehmens, was neue Chancen für Wachstum und Beschäftigung eröffnet. Mit der Zustimmung durch das Bundeswirtschaftsministerium ist der Weg für das finale Closing der Übernahme geebnet, das in Kürze erwartet wird.
Trotz der Schwächeperiode, die Covestro aufgrund von Konjunkturdruck, hohen Energiekosten und Handelsbarrieren durch US-Zölle belastet, bleibt der Blick in die Zukunft gewandt. Im dritten Quartal 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 12 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und einen Verlust von 47 Millionen Euro.

