Control Resonant erscheint bereits im zweiten Quartal 2026 – Remedy überrascht mit vorgezogenem Termin
Die Überraschung sitzt tief. Als Remedy Entertainment im Dezember auf den Game Awards Control Resonant enthüllte, rechneten Analysten und Fans gleichermaßen mit einem späteren Launch-Termin – frühestens in der ersten Jahreshälfte 2027. Doch nun die Kehrtwende: Laut einem Investorenbericht zum Abschluss des Jahres 2025 soll die heiß ersehnte Fortsetzung bereits Ende des zweiten Quartals 2026 erscheinen, also vermutlich im Mai oder Juni. Das ist eine drastische Vorverlegung, die nicht nur die Börsenanalysten positiv überrascht, sondern auch die Erwartungen an Remedys „größtes und ambitioniertestes Spiel“ weiter ansteigen lässt. Doch wie realistisch sind die geschätzten Verkaufszahlen von 1,8 Millionen Einheiten für 2026? Und was bedeutet die Verschiebung der Max Payne Remakes auf 2027 für das finnische Studio?
Eine positive Überraschung für Investoren und Fans
Anne Riikola, Analystin bei Inderes, übersetzte den finnischen Investorenbericht und brachte die frohe Botschaft ans Licht: „Die Veröffentlichung von Control Resonant bereits 2026 kam im Vergleich zu unseren Erwartungen als positive Überraschung, und wir haben unsere Annahme für die Spielveröffentlichung auf Ende Q2’26 aktualisiert (zuvor H1’27).“ Remedy selbst bezeichnet den Release als „kritisch“ für seinen Investment Case, zeigt sich jedoch „zuversichtlich in Bezug auf den Erfolg“. Die Analysten glauben, dass die bevorstehende Spielveröffentlichung die Remedy-Aktie über das nächste Jahr hinweg stützen wird, während die Bewertung im Verhältnis zum langfristigen Potenzial des Unternehmens weiterhin moderat erscheint. Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass Remedy trotz des ehrgeizigen Zeitplans überzeugt ist, ein ausgereiftes Produkt abliefern zu können – eine Seltenheit in einer Industrie, die zunehmend von Verschiebungen und Crunch geprägt ist.
Konservative Verkaufsprognosen: 1,8 Millionen Einheiten in 2026
Remedy schätzt die Verkaufszahlen für Control Resonant auf etwa 1,8 Millionen Einheiten im Jahr 2026 und weitere 2,2 Millionen im Jahr 2027. Auf den ersten Blick wirken diese Zahlen geradezu bescheiden, besonders wenn man bedenkt, dass das ursprüngliche Control über seine Lebenszeit hinweg mehr als fünf Millionen Mal verkauft wurde und insgesamt über 20 Millionen Spieler erreichte – letzteres hauptsächlich dank Game Pass, PlayStation Plus und kostenlosen Aktionen im Epic Games Store. Die projizierten Nettoumsätze für die ersten drei Jahre bleiben laut Remedy „im Wesentlichen unverändert“, was darauf hindeutet, dass das Studio bewusst konservativ kalkuliert, um Investoren nicht zu enttäuschen. Dennoch stuft man die Chancen für „starke Spieleverkäufe“ als günstig ein. Die Strategie scheint klar: Lieber niedrige Erwartungen setzen und diese übertreffen, als mit vollmundigen Versprechungen zu scheitern. Angesichts der enormen Fanbase und der etablierten Marke Control dürften diese Zahlen durchaus übertroffen werden, zumal das Sequel mit Dylan Faden als Protagonisten ein frisches narratives Fundament bietet.
Max Payne Remakes: Royalties erst 2027, aber Release 2026 noch möglich
Interessanterweise lieferte Remedy auch ein Update zu den mit Spannung erwarteten Max Payne 1 und 2 Remakes. Das Studio erwartet nun erst 2027 Royalties, was eine Verschiebung gegenüber der ursprünglichen Prognose Q4 2026 darstellt. Allerdings schließt Remedy einen Release in 2026 keineswegs aus – eine scheinbar paradoxe Aussage, die sich jedoch durch die Vertragskonstellation mit Publisher Rockstar Games erklären lässt. Möglicherweise sind die Zahlungsströme zeitlich versetzt, sodass ein spätes 2026er-Release erst im Folgejahr in den Büchern auftaucht. Die Entwicklung der Remakes läuft parallel zu Control Resonant, weshalb die Verschiebung der Royalty-Erwartungen nicht zwangsläufig auf Probleme hindeuten muss. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklung weiter gestaltet – Max Payne-Fans haben bereits jahrelang auf eine Neuauflage der ikonischen Noir-Shooter gewartet.
Dylan Faden und das paranatürliche Manhattan: Remedys ambitioniertestes Projekt
Control Resonant wird für Xbox Series X|S, PlayStation 5 und PC erscheinen und verspricht, Remedys bisher größtes und ambitioniertestes Spiel zu werden. Im Mittelpunkt steht Dylan Faden, der Bruder von Jesse Faden aus dem ersten Teil, der sich durch ein von einer paranatürlichen Krise heimgesuchtes, offenes Manhattan kämpft. Während Jesse im Original die geheimnisvolle Oldest House erkundete, erweitert Dylan den Schauplatz auf eine gesamte Stadt – ein gewaltiger Sprung in Sachen Scope und Komplexität. Die offene Struktur Manhattans deutet auf eine deutlich größere Welt hin, möglicherweise mit sandbokartigen Elementen, die über das Level-Design des Vorgängers hinausgehen. Remedy ist bekannt für seine narrativen Meisterwerke und die Verschmelzung von Story und Gameplay – mit Control Resonant will das Studio offenbar neue Maßstäbe setzen.
Risiken und Chancen eines vorgezogenen Releases
Ein so deutlich vorgezogener Release-Termin birgt naturgemäß Risiken. Die Gaming-Industrie hat in den letzten Jahren schmerzhafte Lektionen erteilt: Überstürzte Veröffentlichungen wie Cyberpunk 2077 oder diverse Ubisoft-Titel zeigten, dass Zeitdruck zu katastrophalen Launches führen kann. Remedy hat jedoch eine vergleichsweise solide Erfolgsbilanz, was Qualität angeht – Alan Wake 2 wurde 2023 von Kritikern gefeiert, trotz moderater Verkaufszahlen. Die Tatsache, dass das Studio die Verschiebung selbst initiiert und nicht von Publishern unter Druck gesetzt wird, ist ein gutes Zeichen. Zudem deutet die Zuversicht gegenüber Investoren darauf hin, dass die Entwicklung weiter fortgeschritten ist als öffentlich bekannt. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Remedy sein Versprechen halten und tatsächlich pünktlich ein poliertes Produkt abliefern kann.


