Commerzbank trotzt Unicredit: Auf Kurs zu solider Jahresbilanz
Die Commerzbank, bedrängt von der italienischen Großbank Unicredit, sieht sich auf einem überzeugenden Weg, ihr Jahresziel eines Überschusses von etwa 2,5 Milliarden Euro zu erreichen. Der DAX-Konzern hebt dabei die erwarteten Zinserträge als Schlüssel zum Erfolg hervor, um Gestiegenes bei der Steuerlast abzufangen.
Das dritte Quartal zeigte einen Anstieg des Vorsteuergewinns um beachtliche 16 Prozent auf über eine Milliarde Euro, geprägt von höheren Einnahmen und einer reduzierten Vorsorge für mögliche Kreditausfälle. Trotzdem sank der Nettogewinn um knapp 8 Prozent auf 591 Millionen Euro, belastet durch die höheren Steuern.
Der Vorstand rechnet nun mit einem Zinsüberschuss von etwa 8,2 Milliarden Euro für das gesamte Jahr, was einer Erhöhung von 200 Millionen Euro gegenüber der vorherigen Prognose entspricht. Gleichzeitig plant die Bank, die Risikovorsorge unter den ursprünglich angesetzten 850 Millionen Euro zu halten, wenn auch auf einem höheren Niveau als 2024.
Trotz eines Rekordgewinns von nahezu 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 plant die Commerzbank, bis 2027 rund 3.900 Vollzeitstellen abzubauen. Diese Einschnitte, vorwiegend in Deutschland, sollen die Kosten senken und die Profitabilität steigern, um die Loyalität der Aktionäre zu bewahren und unbeliebte Abverkäufe an Unicredit zu verhindern.
Seit September 2024 stemmt sich die Commerzbank gegen Übernahmeabsichten von Unicredit unter der Leitung von Andrea Orcel. Die italienische Großbank hielt zuletzt rund 26 Prozent der Commerzbank-Anteile und hat über Finanzinstrumente Zugriff auf zusätzliche drei Prozent.

