Commerzbank hebt Gewinnprognose an und trotzt Übernahmeinteresse
Die Commerzbank hat ihr Gewinnziel für das Jahr 2025 nach einem erfreulichen zweiten Quartal nach oben korrigiert. Der Vorstand erwartet ein Nettoergebnis von etwa 2,5 Milliarden Euro, was eine Erhöhung um 100 Millionen Euro gegenüber der vorherigen Schätzung darstellt. Diese optimistische Anpassung kommt trotz eines Gewinnrückgangs im zweiten Quartal um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 462 Millionen Euro. Der Rückgang ist auf Einmalkosten im Zusammenhang mit dem Stellenabbau, der fast eine halbe Milliarde Euro betraf, zurückzuführen. Analysten hatten angesichts dieser Kosten und der gesunkenen Zinsen einen noch stärkeren Rückgang prognostiziert. Unterdessen führt die Commerzbank einen erbitterten Abwehrkampf gegen die Übernahmepläne des größten Aktionärs, der italienischen Unicredit, die mittlerweile einen Anteil von über 20 Prozent hält und Zugriff auf weitere knapp 10 Prozent der Aktien hat. Der CEO von Unicredit, Andrea Orcel, hegt Übernahmepläne, gegen die sich sowohl die Commerzbank-Führung als auch der Betriebsrat - unterstützt von der Bundesregierung - zur Wehr setzen. Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp hat die strategischen Ziele der Bank ambitioniert angehoben, um die Anteilseigner mit höheren Dividenden zu locken. Diese Maßnahmen sollen die Aktionäre motivieren, ihre Anteile nicht an die Konkurrenz aus Mailand zu verkaufen, und sichern damit die Unabhängigkeit der Frankfurter Bank in einem herausfordernden Marktumfeld.

