Commerzbank-Chefin verweist Unicredit-Übernahmepläne ins Reich der Spekulation
Die Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Bettina Orlopp, hat Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit entschieden zurückgewiesen. Laut Orlopp sei es derzeit unwahrscheinlich, dass eine solche Transaktion zustande kommt. Eine Übernahme müsse nicht nur sinnvoll für Aktionäre, Kunden und Mitarbeitende sein, sondern auch nachhaltigen Wert schaffen. Aktuell sieht Orlopp jedoch auf Grundlage der bestehenden Bewertungsniveaus keinen Mehrwert.
Besonders kritisch äußerte sich Orlopp über die potenziellen Synergien, die von Unicredit ins Feld geführt würden. Diese befänden sich demnach aufgrund von Überschneidungen im Geschäft und den damit verbundenen Risiken auf wackeligen Füßen. Betreffend eines möglichen Ausstiegs der Italiener aus ihrem Engagement bei der Commerzbank sieht die Chefin einen gesichtswahrenden Rückzug als durchaus machbar. Zudem habe die Commerzbankaktie im laufenden Jahr erhebliche Kursgewinne verzeichnet, was das Investment für Unicredit bereits lukrativ gemacht habe.
Seit nunmehr über einem Jahr sieht sich das Frankfurter Geldhaus Übernahmeplänen seitens Unicredit ausgesetzt. Die italienische Bank, die mit einem Aktienanteil von über 26 Prozent der größte Einzelaktionär ist, hat jedoch keinerlei konkreten Übernahmeversuch unternommen. Sollte ein Anteil von über 30 Prozent erreicht werden, wäre Unicredit gezwungen, ein offizielles Angebot abzugeben.
Orlopp betonte, dass die Commerzbank selbst diese Pattsituation nicht auflösen könne. "Der Ball liegt bei Unicredit," stellte sie klar. Der Vorstand der Commerzbank sei jedoch bereit, ein etwaiges Angebot zu prüfen, sobald Unicredit aktiv werde. Während der Austausch mit dem Unicredit-Management, einschließlich CEO Andrea Orcel, weitgehend zu den üblichen Investorengesprächen zähle, sei ein konkreter Vorstoß bislang ausgeblieben.

