Coinbase sieht sich Klage wegen unbefugtem Sammeln von biometrischen Daten gegenüber
Coinbase steht vor einer Sammelklage, die von einer Gruppe Einwohner aus Illinois eingereicht wurde. Diese behaupten, die Krypto-Börse habe ihre biometrischen Daten im Rahmen des Identitätsüberprüfungsprozesses illegal gesammelt und weitergegeben.
Die Klage, die am 13. Mai vor einem Bundesgericht eingereicht wurde, behauptet, das Unternehmen habe gegen das Biometric Information Privacy Act (BIPA) von Illinois verstoßen, indem es die Gesichtsdaten der Nutzer ohne ordnungsgemäße Mitteilung oder Zustimmung erfasst hat.
Verbraucherbetrug und Datenpanne-Anklagen
Dem Antrag zufolge wurden Nutzer gebeten, einen amtlichen Ausweis und ein Selfie als Teil des Anmeldevorgangs hochzuladen. Diese Bilder wurden dann an Drittanbieter-Gesichtserkennungstools gesendet, die Merkmale wie Geometrie und Gesichtsausdrücke analysierten. Die Klage behauptet jedoch, dass dies ohne das Einverständnis der Nutzer geschehen sei, was gegen BIPA verstößt.
„At no point during the verification process are Coinbase users asked to consent to the collection of their biometric information, notified that their biometric data will be collected by an unrelated third party, nor provided with any information about the process,“ the lawsuit states.
Die Beschwerde wirft Coinbase außerdem vor, diese Daten ohne Erlaubnis an mehrere Drittanbieter wie Jumio, Onfido, Au10tix und Solaris übertragen zu haben. Weiterhin offenbart das Dokument, dass über 10.000 Einzelpersonen Schiedsverfahren einforderten, aber die Weigerung von Coinbase, die erforderlichen Gebühren zu zahlen, führte zur Abweisung ihrer Fälle.
Als Ergebnis haben die Kläger die Börse wegen drei Verstößen gegen staatliche Datenschutzgesetze für biometrische Daten und einer wegen Verbraucherbetrugs unter dem Illinois Consumer Fraud and Deceptive Business Practices Act angeklagt.
Sie fordern Schadenersatz in Höhe von $5.000 für jede vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung und $1.000 für jede fahrlässige Handlung. Die Gruppe hat auch eine Verfügung eingereicht, um die angeblichen Datenpraktiken zu stoppen, und möchte, dass Coinbase die Gerichtskosten übernimmt.
Eine tickende Datenschutz-Zeitbombe
Dies ist nicht das erste Mal, dass Coinbase in solche rechtlichen Probleme verwickelt ist. Im Mai 2023 wurden ähnliche Maßnahmen ergriffen in Bezug auf den Umgang des Unternehmens mit Gesichtserkennung beim Onboarding.
Gleichzeitig befasst sich die Börse mit den Folgen eines kürzlichen Datenlecks, bei dem Support-Mitarbeiter angeblich bestochen wurden, um sensible Kundeninformationen preiszugeben. Dieser Vorfall führte zwischen dem 15. und 16. Mai zu mindestens sechs separaten Sammelklagen, in denen Coinbase Fahrlässigkeit, unzureichende Cybersicherheitsmaßnahmen und langsame Reaktionszeiten vorgeworfen werden.
Nanak Nihal Khalsa, Mitbegründer von Holonym, einem auf Datenschutz fokussierten Identitätsunternehmen, sagte, das Problem sei größer als nur die Plattform.
„The Coinbase breach proves what we’ve known all along, KYC without zero knowledge is a privacy time bomb. You can’t collect and warehouse millions of user identities without eventually becoming both a target and a liability.“
Khalsa fügte hinzu, dass Nutzer nicht auf Privatsphäre verzichten sollten, nur um Zugang zu Kryptowährungsdiensten zu erhalten. Laut dem Spezialisten liegt die Zukunft der Identität nicht im Speichern von Daten, sondern in der Verwendung von Zero-Knowledge-Tools, die Menschen erlauben, ihre Identität zu beweisen, ohne persönliche Details preiszugeben.

