Citigroup trotzt Unsicherheit durch Zölle mit optimistischer Prognose
Der Leiter von Citigroups Bankenabteilung, Vis Raghavan, hat am Dienstag angekündigt, dass sich die Performance in den Abteilungen Banking und Trading im aktuellen Quartal trotz Bedenken hinsichtlich US-amerikanischer Zölle verbessern wird. Er prognostizierte, dass die Einnahmen aus Bankgebühren im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen werden, während die Markteinnahmen im mittleren bis hohen einstelligen Bereich wachsen sollen.
Die Geschäftstätigkeit ist in diesem Jahr weitgehend ins Stocken geraten, da die von Präsident Donald Trump eingeführten Zoll- und Fiskalpolitik die Märkte verunsichert hat. Dennoch zeigen sich die Führungskräfte der Bank optimistisch über ein Comeback.
Raghavan bemerkte, dass Citigroups Kunden 10% Zölle als Basispreis betrachten und die Möglichkeit erwägen, Kosten von 10% bis 20% für Importe zu absorbieren. Nach einer Phase der Unsicherheit im April haben sich die Handelsvolumen mit der Erholung des Aktienmarktes wieder verbessert.
Die M&A-Aktivitäten bleiben laut Raghavan äußerst rege, mit intensiven Gesprächen und Engagement. Der Kreditmarkt wird sich hierbei nach seinen Worten an den M&A-Entwicklungen orientieren, insbesondere durch Akquisitionsfinanzierungen.
Citigroup hat Mars beim 35,9 Milliarden Dollar Erwerb von Kellanova beraten und stand Charter Communications bei der 21,9 Milliarden Dollar Fusion mit Cox Communications zur Seite. Einige Börsengänge sind zurückgekehrt, begünstigt durch den Anstieg von Aktienkursen, insbesondere bei Technologie- und digitalen Vermögenswerten, die weniger von Zöllen betroffen sind.
Der IPO-Markt stagniert allerdings tendenziell dort, wo es eine Produktions- oder Lieferkettenkomponente gibt. Die Kreditkosten der Bank sollen um „einige hundert Millionen Dollar“ steigen, um Rücklagen in Reaktion auf die makroökonomischen Bedingungen zu bilden.
Unter Raghavans Führung, der vor einem Jahr von JPMorgan Chase zur Citi kam, konnte das Banken-Segment im ersten Quartal ein Umsatzwachstum von 12% auf 2 Milliarden Dollar verzeichnen. Obwohl Citi über eine breite Talentbasis verfügt, plant man eine Mitarbeiteraufstockung in Europa, Asien und dem Nahen Osten, um die Präsenz in Bereichen wie Technologie und Gesundheitswesen auszubauen.
Jane Fraser, CEO von Citigroup, hat Raghavan und Andy Sieg eingestellt, um das Wachstum zu fördern und eine umfassende Umstrukturierung voranzutreiben, die darauf abzielt, die Rentabilität zu erhöhen und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

