Cisco enttäuscht mit zurückhaltendem Ausblick – Anleger hoffen auf Erholung
Der kalifornische Netzwerk-Ausrüster Cisco hat mit seinem jüngsten Ausblick die Erwartungen der KI-begeisterten Investoren gedämpft. Für das aktuelle Geschäftsjahr prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 59 und 60 Milliarden US-Dollar. Viele Branchenexperten hatten sich jedoch mindestens das obere Ende dieser Spanne erhofft, einige sogar noch mehr. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) zeigt sich eine ähnliche Tendenz, wobei Ciscos Schätzungen leicht hinter den allgemeinen Markterwartungen zurückbleiben.
Trotz des anfänglichen Kursrutsches von vier Prozent im nachbörslichen Handel erholte sich die Cisco-Aktie rasch und notierte im frühen US-Handel am nächsten Tag nur noch 1,4 Prozent schwächer. David Vogt von der UBS kommentierte, dass der vergleichsweise konservative Ausblick angesichts von Ciscos soliden viertem Quartal, in dem der Umsatz um acht Prozent auf 14,7 Milliarden US-Dollar stieg, die Aktie weiterhin unterstützen könnte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 19 Prozent zugelegt und damit den US-Leitindex Dow Jones klar übertroffen, bleibt aber im Vergleich zum breiten Markt preislich attraktiv.
Als starke Treiber des Wachstums hebt Unternehmenschef Chuck Robbins die hohen Aufträge für Infrastrukturlösungen hervor, die im letzten Geschäftsjahr mehr als doppelt so hoch ausfielen wie erwartet. Allein im vierten Quartal beliefen sich die Orders auf beeindruckende 800 Millionen US-Dollar, während der Gesamtjahreszuwachs bei einem Umsatz von 56,7 Milliarden und einem Gewinn von 10,5 Milliarden US-Dollar lag.
Cisco, das sich vor allem auf Router, Switches sowie Lösungen für Software und Sicherheitstechnik spezialisiert, hofft, von dem wachsenden Interesse an KI-Rechenzentren und innovativen KI-Anwendungen profitieren zu können. Der Konzern berücksichtigt in seiner Vorausschau, dass die bestehenden US-Handelszölle gegenüber wichtigen Partnerländern im kommenden Geschäftsjahr konstant bleiben.

