Chinas Auto-Offensive in Europa: Überholspur für Plug-in Hybride
Chinesische Automobilhersteller haben im August mehr Fahrzeuge in Europa verkauft als die Marken Renault und Audi, angetrieben durch einen Boom bei Plug-in Hybrid-Verkäufen. Zu den Top-Verkäufern in dieser Kategorie zählten Modelle von BYD, Jaecoo und MG, wie aktuelle Daten von JATO Dynamics zeigen.
Obwohl das Tesla Model Y weiterhin das beliebteste batterieelektrische Fahrzeug (BEV) in Europa bleibt, sanken seine Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent. Dies geschah trotz eines allgemeinen Anstiegs der BEV-Verkäufe, so die Analyse der Marktforschungsfirma.
Chinesische Hersteller haben ihre Exporte von Plug-in Hybrid- und Hybridfahrzeugen in die EU signifikant verstärkt und planen, mehr Modelle lokal zu produzieren. Dadurch soll der Einfluss europäischer Einfuhrzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge reduziert werden. PHEVs, die sowohl mit Benzin als auch Strom betrieben werden, erfreuen sich wachsender Beliebtheit als kostengünstige Alternative zu reinen Verbrennern und Elektrowagen.
Im August erreichten chinesische Autobauer einen kombinierten Marktanteil von 5,5 Prozent mit über 43.500 Verkäufen, was einem Anstieg von 121 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit übertreffen sie Audi mit 41.300 und Renault mit 37.800 verkauften Fahrzeugen. Der Verkauf von PHEVs in 28 europäischen Ländern stieg um 59 Prozent auf fast 84.000 Einheiten, wobei chinesische Marken ihren Absatz auf 11.000 vervierzehnfachten. Zu den zehn meistverkauften PHEVs zählten BYDs Seal U, Cherys Jaecoo J7 und SAICs MG HS.
Die Nachfrage nach BEVs war im August stark, doch Analyst Felipe Munoz von JATO Dynamics merkt an, dass das Plus von 27 Prozent weniger beeindruckend ist, wenn man die starke Bewerbung dieser Fahrzeuge in Betracht zieht.
BYD kündigte Ende des letzten Jahres an, PHEVs in Europa zu verkaufen, und plant nun, bis 2028 alle für den europäischen Markt bestimmten Elektrofahrzeuge lokal zu fertigen.

