China verschärft Auflagen für Elektrofahrzeug-Exporte
China plant eine Verschärfung seiner Exportregeln für Elektrofahrzeuge. Ab dem kommenden Jahr müssen Automobilhersteller Exportlizenzen vorweisen, wie das Handelsministerium verkündete. Diese Neuerung soll „die gesunde Entwicklung des Handels mit neuen Energiefahrzeugen fördern“. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Peking versucht, den Elektrifizierungssektor im größten Automobilmarkt weltweit neu zu regulieren.
Mit etwa 5,5 Millionen exportierten Fahrzeugen im vergangenen Jahr, von denen fast 40 Prozent Elektrofahrzeuge waren, ist China der weltweit führende Autoexporteur. Gleichzeitig sahen sich Exporte chinesischer Elektrofahrzeuge in den USA und der EU aufgrund angeblicher Subventionsvorteile mit Strafzöllen konfrontiert.
In den vergangenen Monaten bemühte sich Peking, Bedenken hinsichtlich einer Überproduktion und eines ruinösen Preiskampfes im Elektrofahrzeugsektor auszuräumen. Kritiker monieren, der Markt leide unter „Involution“, einem Phänomen, bei dem übermäßiger Wettbewerb keine nachhaltigen Fortschritte bringe.
Speziell der Marktführer BYD geriet ins Kreuzfeuer der Kritik, als er eine neue Preisrunde einläutete und mehrere Wettbewerber dem Beispiel folgten. Wei Jianjun, Vorsitzender von Great Wall Motors, warnte, dass die Branche in Bedrängnis geraten könnte, sollte sie auf diesem Kurs bleiben. Dennoch erzielte der chinesische EV-Markt in der ersten Jahreshälfte 2025 Rekordverkäufe, wobei Elektrofahrzeuge mehr als 50 Prozent der gesamten Pkw-Verkäufe ausmachten.

