China verhängt Zölle auf EU-Brandy: Handelsstreit mit Brüssel spitzt sich zu
Im Zuge der wachsenden Spannungen im Handelskonflikt zwischen China und der Europäischen Union hat Peking beschlossen, empfindliche Zölle auf Brandy-Importe aus der EU zu erheben. Diese Entscheidung bedeutet, dass ab dem 5. Juli die Preise für diese Spirituosen beim Import in China um 27,7 bis 34,9 Prozent steigen werden. Ausgenommen von den neuen Zöllen sind lediglich die Unternehmen, die sich auf Preisverpflichtungen eingelassen haben und die festgelegten Bedingungen einhalten.
Vorausgegangen war dieser Maßnahme eine Untersuchung seitens des chinesischen Handelsministeriums, das Europa des Preisdumpings beim Brandy beschuldigt. Man kam zu dem Schluss, dass der einheimischen Industrie durch die niedrigen Preise europäischer Getränke erheblicher Schaden drohe. Diese Regelung soll vorerst für fünf Jahre Bestand haben. Betroffen sind über 60 Unternehmen, vornehmlich aus Frankreich, das auf den chinesischen Markt als wichtigen Absatzkanal angewiesen ist.
Bereits im vergangenen Oktober hatten die chinesischen Behörden Kautionen für Importeure gefordert, während sie die Anti-Dumping-Untersuchung verlängerten. Der Entschluss der Chinesen erfolgte kurz nach einem Staatsbesuch ihres Außenministers in Brüssel und Berlin. Auch ein Besuch in Paris steht noch bevor, bei dem erneut über die Untersuchung gesprochen werden könnte.
Chinas Beziehung zu den EU-Zöllen auf chinesische Elektroautos verleiht der Situation zusätzlichen Zündstoff. Die EU begründet die Aufschläge mit marktverzerrenden Subventionen chinesischer Hersteller. Kritik kommt von der EU-Kommission, die Chinas Maßnahmen als unfair und international nicht regelkonform bezeichnet.
Es sei ein Trend zu erkennen, dass China handelspolitische Schutzmaßnahmen missbrauche. Die Kommission plant, die aktuellen Entwicklungen genau zu beobachten und den Schutz der europäischen Wirtschaftsinteressen sicherzustellen. Der Zeitpunkt der Entscheidung Chinas wird besonders angesichts eines bald stattfindenden EU-China-Gipfels spannend.
Vorangegangene Medienberichte deuteten darauf hin, dass französische Cognac-Hersteller Schritte zur Absicherung ihrer Interessen unternommen hatten, doch Fortschritte bei den E-Autos als Gegenleistung erwartet wurden. Gleichzeitig sorgen chinesische Exportkontrollen auf seltene Erden in Europa für Verunsicherung, da diese Rohstoffe essenziell für viele Industriesektoren sind.

