Caravaning-Branche bremst Produktion, bleibt aber optimistisch
Die deutsche Reisemobil- und Wohnwagenindustrie erlebte im vergangenen Jahr einen deutlichen Produktionsrückgang. Laut Angaben des Caravaning Industrie Verbands (CIVD) auf der Stuttgarter Reisemesse CMT wurden etwa 99.000 Einheiten gefertigt, ein Rückgang von rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von diesen Fahrzeugen wurden etwa 42.000 exportiert. Diese Entwicklung betraf sowohl Reisemobile als auch Wohnwagen gleichermaßen. Die Ursache für den Rückgang war ein temporäres Überangebot bei gleichbleibender Nachfrage. Es wurde berichtet, dass die Bestände im Handel hoch waren, was die Hersteller dazu veranlasste, die Produktion vorsichtig anzupassen, um ein Gleichgewicht zu erzielen. Der Produktionswert unterschritt damit erstmals seit Jahren die Marke von 100.000 Fahrzeugen.
Neben der gedrosselten Produktion verzeichnete die Branche auch einen Umsatzrückgang auf 14,1 Milliarden Euro im Jahr 2025, was einem Minus von etwa 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies markiert den zweiten Rückgang in Folge. Im Spitzenjahr 2023 wurden noch 15,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Verband machte jedoch keine Angaben zu den Gewinnen.
Trotzdem bleibt die Nachfrage nach Wohnwagen und Reisemobilen hoch. Zwar war im letzten Jahr ein leichter Rückgang bei den Neuzulassungen auf 94.100 Fahrzeuge zu verzeichnen, doch blieb das generelle Niveau hoch. Der Gebrauchtwagenmarkt glänzte mit über 192.000 Umschreibungen sogar mit einem neuen Rekord. CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso betonte die Stabilität der Branche trotz zahlreicher Herausforderungen.
Trotz innen- und geopolitischer Unsicherheiten sowie eines gedämpften Konsumklimas zeigt sich die Attraktivität des Caravanings ungebrochen. In dynamischen Zeiten wächst die Nachfrage nach individuellen und flexiblen Reiseformen. Der Verband bleibt daher zuversichtlich für das Jahr 2026.
Auf der CMT, der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, bei der Besucher unter anderem 1.200 Reisemobile begutachten können, wird die Bedeutung der deutschen Hersteller unterstrichen. Marken wie Bürstner, Dethleffs, Fendt Caravan, Hymer und Knaus Tabbert sind zentrale Akteure des europäischen Markts, der mit fast der Hälfte aller europäischen Neuzulassungen auf Deutschland entfällt.

