Bundeswehr plant Expansionskurs: Interesse am Wehrdienst wächst deutlich
Die Bundeswehr verzeichnet aktuell ein signifikant gestiegenes Interesse am freiwilligen Wehrdienst. Generalinspekteur Carsten Breuer verkündete stolz, dass sich 15 Prozent mehr junge Menschen als im Vorjahr für den Einsatz in den Streitkräften entschieden haben. Dies belegt, dass die Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung, die in den letzten Jahren ergriffen wurden, Wirkung zeigen.
Parallel zu diesen Entwicklungen hat das Bundeskabinett kürzlich einen Gesetzentwurf für die Einführung eines neuen Wehrdienstmodells verabschiedet. Dieses soll – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundestages – ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten, mit dem ehrgeizigen Ziel, jährlich bis zu 30.000 neue Wehrdienstleistende zu rekrutieren und bis 2029 insgesamt 110.000 auszubilden.
Gegenstimmen aus der politischen Landschaft, allen voran aus der Union, zweifeln, ob die Kombination aus Wehrerfassung, Musterpflicht und Freiwilligkeit genügend Soldaten anzieht. Doch Verteidigungsminister Boris Pistorius hält dagegen. Das Zwischenziel für 2023, 15.000 Interessenten zu gewinnen, sei bereits fast erreicht.
Die Bundeswehr sieht sich weiterhin Herausforderungen gegenüber, für die qualifizierte Kräfte dringend benötigt werden. Carsten Breuer betonte die Notwendigkeit, sämtliche Ausbildungskapazitäten vollständig auszuschöpfen. Der aktuelle Bestand von 20.000 Plätzen für den freiwilligen Wehrdienst sei ein erster Schritt, und es werde evaluiert, ob zusätzlich Reservisten als Ausbilder eingebunden werden können.
Nicht nur die gegenwärtige Bedrohungslage, sondern auch die zukünftige Bindung junger Menschen an die Bundeswehr als Zeit- oder Berufssoldaten sind zentrale Aspekte dieser Strategie. Breuer erinnert daran, dass der Wehrdienst oftmals das Sprungbrett für eine längere Karrierelaufbahn in den Streitkräften darstellt, was auch heute nicht anders sein sollte. So liegt der Fokus gezielt darauf, eine neue Generation langfristig an die Bundeswehr zu binden.

