Bündnis der Länder: Bundesweite Debatte über Finanzausgleich entbrannt
Die Forderung nach einer Reform des Länderfinanzausgleichs sorgt für Spannungen zwischen Süd und Nord der Bundesrepublik. Die Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), Boris Rhein (CDU) und der Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg, Manuel Hagel, planen, eine Reform des Finanzausgleichs zu erzwingen – eine Initiative, auf die die fünf norddeutschen Bundesländer mit einem eindringlichen Appell an den Gemeinsinn reagierten. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) betonte im Anschluss an ein Treffen der norddeutschen Regierungschefs, dass nicht nur auf das eigene Interesse, sondern auf den Nutzen für ganz Deutschland geschaut werden müsse. Zur Untermauerung seiner Aussage verwies er auf die strategische Relevanz der Energieversorgung, der LNG-Terminals und des Hafenausbaus.
Unter dem Titel 'Drei-Löwen-Allianz' versammelten sich die südlichen Unionspolitiker in Berlin. Söder, Rhein und Hagel dringen auf rasche Gespräche zur Neuordnung der finanziellen Beziehungen zwischen den Ländern und plädieren für einen 'Deckel', um die Geberländer vor Überforderung zu schützen. Sie betonen, bis 2030 eine Lösung zu brauchen, da andernfalls eine Kündigung des Finanzausgleichs drohen könnte.
Kontrapunktisch bemerkte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), dass Hamburg seit 1950 stets ein Geberland gewesen sei, im Gegensatz zu Bayern. Er machte klar, würde Hamburg seine eigenen Steuereinnahmen behalten können, wäre die Stadt so vermögend wie Singapur. Dennoch halte sich Hamburg an seine Verantwortung zur finanzpolitischen Stabilität Deutschlands.
Der Bürgermeister von Bremen, Andreas Bovenschulte (SPD), warnte vor internen Auseinandersetzungen angesichts der enormen Herausforderungen, denen Deutschland und Europa gegenüberstehen.
Begleitet wurde das Treffen der nördlichen Regierungschefs in Berlin von Gesprächen mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Im Mittelpunkt standen Themen wie die Hafenausbauten und erneuerbare Energien, zu denen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Berlin berichtete.

