Bitcoin müsste um 90% fallen, um Strategie unter Druck zu setzen, sagt CEO

Die Führung von Strategy, dem weltweit größten Unternehmenshalter von Bitcoin (BTC), weist Bedenken zurück, dass das Unternehmen bei weiter fallenden Kursen in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte.
Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des vierten Quartals versuchte CEO Phong Le, die Investoren zu beruhigen und betonte, dass das Unternehmen gut aufgestellt sei, obwohl Bitcoin am Donnerstag auf knapp $60.000 fiel.
Bitcoin-Verkäufe testen die finanzielle Widerstandsfähigkeit von Strategy
Bitcoin ist seit seinem Allzeithoch von $126.000 im Oktober des letzten Jahres um etwa 50% gefallen. In dieser Zeit hat Strategy, ehemals bekannt als MicroStrategy, aggressiv die digitale Währung angehäuft.
Der Ausverkauf hat den Aktienkurs des Unternehmens stark belastet. Die Aktie von Strategy, die unter dem Ticker MSTR gehandelt wird, fiel am Donnerstag auf etwa $104, den niedrigsten Stand seit August 2024, nachdem sie während der Sitzung um mehr als 17% eingebrochen war.
Investoren konzentrieren sich derzeit auf zwei Schlüsselfaktoren: den Bitcoin-Preis selbst und die Fähigkeit von Strategy, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, falls der Abschwung anhält. Diese Fragen standen im Mittelpunkt, als Gründer Michael Saylor und CEO Phong Le Analysten während der Ergebnispräsentation des Unternehmens ansprachen.
Ein Großteil der Aufmerksamkeit richtete sich darauf, wie Strategy einen verlängerten "Bitcoin-Winter" überstehen würde, sollte dieser eintreten. Saylor hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu stärken, darunter die Aufnahme von $2,25 Milliarden in bar, um bevorzugte Dividendenzahlungen in Höhe von insgesamt $888 Millionen jährlich zu decken.
Dennoch sind Investoren besorgt über die $8,2 Milliarden an niedrig- und zinslosen Wandelanleihen des Unternehmens, die ab September 2027 vorzeitig eingelöst werden könnten, insbesondere jetzt, da die MSTR-Aktien stark gefallen sind.
Politik, Hebelwirkung und Bewertung im Fokus
Saylor betonte, dass das Unternehmen seine Optionen offen hält, einschließlich des Verkaufs von Bitcoin, falls es die Marktbedingungen erfordern.
Er stellte auch fest, dass Krypto-Investitionen untrennbar mit der Politik verbunden sind und verwies auf die pro-krypto Haltung von Präsident Donald Trump. Trumps Nominierung für den Vorsitz der Federal Reserve, Kevin Warsh, wird als Unterstützer digitaler Vermögenswerte angesehen.
Dennoch fiel Bitcoin am Donnerstag unter seine Tiefststände nach der Wahl 2024, was Skepsis widerspiegelt, dass die Bundesregierung aktiv Bitcoin-Käufe unterstützen wird. Finanzminister Scott Bessent verstärkte diese Zweifel diese Woche, indem er dem Kongress mitteilte, dass ihm die Befugnis fehle, die Bitcoin-Märkte zu retten.
In Bezug auf die Bilanz sprach CEO Phong Le Bedenken hinsichtlich der Hebelwirkung von Strategy an. Er sagte, das Unternehmen operiere mit etwa einem Drittel der Hebelwirkung eines typischen Hochzinsunternehmens.
Laut Le müsste Bitcoin um etwa 90% fallen, damit die Bitcoin-Reserven von Strategy lediglich den Wert seiner wandelbaren Schulden erreichen. Selbst in diesem extremen Szenario, sagte er, würde das Unternehmen Umstrukturierungsoptionen prüfen, falls es die Schulden nicht in Eigenkapital umwandeln könnte.
Die eigenen Angaben von Strategy zeigen einen Unternehmenswert von etwa $49,95 Milliarden im Vergleich zu etwa $45,33 Milliarden an Bitcoin auf seiner Bilanz. Der Unternehmenswert umfasst die Marktkapitalisierung des Unternehmens, Vorzugsaktien und Wandelanleihen abzüglich Bargeld.
Wenn Bitcoin erneut in die Nähe von $63,000 fällt, müsste die Marktkapitalisierung von Strategy von $35,57 Milliarden um etwa 13% von ihrem jüngsten Schlusskurs von $106,99 fallen, um den Bewertungsaufschlag gegenüber seinen Bitcoin-Beständen zu eliminieren.
Seit dem Crash am Donnerstag haben sich sowohl Bitcoin als auch die Aktie von Strategy jedoch deutlich erholt. Bitcoin ist beispielsweise auf etwa $69,256 gestiegen. MSTR hat sich über $130 erholt, was einem Anstieg von 20% in weniger als 24 Stunden entspricht und kurzfristige Erleichterung bietet.

