Bitcoin blutet: Der Markt gerät ins Wanken
Die jüngste Entwicklung im Kryptomarkt zeigt einmal mehr die Volatilität von Bitcoin auf eindrucksvolle Weise. Der Bitcoin-Kurs hat am Freitag eine beschleunigte Talfahrt hingelegt und fiel zeitweise bis auf 80.500 US-Dollar auf der Handelsplattform Bitstamp. Im Vergleich zum Vorabend entspricht dies einem Rückgang von etwa 7.000 Dollar. Seit Wochenbeginn hat die älteste Kryptowährung somit mehr als zehn Prozent ihres Wertes eingebüßt, was den stärksten Rückgang seit 2022 markiert.
Die Marktkapitalisierung des Bitcoins ist im Zuge des Kurssturzes auf etwa 1,64 Billionen Dollar gesunken. Ein scharfer Kontrast zu Anfang Oktober, als die Kryptowährung ein Rekordhoch von circa 126.000 Dollar erreichte und ihre Marktkapitalisierung bei etwa 2,5 Billionen lag. Laut Timo Emden von Emden Research herrscht derzeit eine "Ausverkaufsstimmung". Zinsängste, die Liquidation gehebelter Positionen sowie Gewinnmitnahmen führen dazu, dass Investoren ihre Bestände abstoßen.
Marktbeobachter wie Johanna Belitz vom Krypto-Handelshaus Valour warnen vor den hohen Risiken beim Bitcoin-Investment. Sie betont, dass solche Rückschläge im historisch volatilen Kryptomarkt nichts Ungewöhnliches sind. "Noch befinden wir uns im normalen Bereich", so Belitz, aber die Verunsicherung könnte bestehen bleiben. Neben der generellen Unsicherheit an den Finanzmärkten kurz vor dem Wochenende leidet der Bitcoin auch unter den aktuellen Zinsspekulationen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der Fed im Dezember wird als geringer eingeschätzt, was die Nachfrage nach Kryptowährungen unter Druck setzt.
Analyst Emden sieht mittlerweile das Vertrauen der eingefleischten Bitcoin-Anleger bedroht. "Wir sehen derzeit einen Crash auf Raten", so Emden. Jeder Erholungsversuch werde gnadenlos abverkauft, was die anhaltende Unsicherheit widerspiegle.

