Biogen setzt auf Wachstum aus eigener Kraft statt auf Übernahmen
Das Biotechnologieunternehmen Biogen plant, seine Einnahmen bis 2028 durch neue Produkt-Einführungen zu steigern, ohne sich auf zusätzliche Akquisitionen zu stützen. Laut Chris Viehbacher, dem CEO von Biogen, teilt das Unternehmen nicht die weit verbreitete Meinung, dass es auf neue Geschäftsabschlüsse angewiesen ist, um weiter zu wachsen.
Der kürzliche Versuch, Sage Therapeutics zu übernehmen, mit dem Biogen bei einem Medikament zur Behandlung der postpartalen Depression kooperiert, warf Fragen auf. Obwohl Biogen-Führungskräfte zu diesem Thema aufgrund rechtlicher Einschränkungen keine Stellungnahmen abgeben, ist bekannt, dass Sage im vergangenen Jahr einen dramatischen Kursrückgang von etwa 76% verzeichnete – bedingt durch klinische Rückschläge.
Ebenso fielen Biogen-Aktien im gleichen Zeitraum um etwa 42%. Analytiker wie Evan Seigerman von BMO Capital Markets argumentieren, dass Akquisitionen wie diese zwar finanziellen Sinn machen könnten, jedoch nicht ausreichen, um Biogens Wachstum maßgeblich zu verändern.
Stattdessen betont Viehbacher die Stärkung der bestehenden Pipeline, darunter das Alzheimer-Medikament Leqembi sowie BIIB080, ein experimentelles Präparat zur Behandlung von Alzheimer. Biogen intensiviert seine Bemühungen im Bereich Alzheimer und erwartet noch in diesem Jahr Neuigkeiten über den FDA-Antrag für das subkutane Leqembi.
Des Weiteren laufen wichtige Studien mit Felzartamab bei seltenen Immunerkrankungen sowie Entwicklungen für experimentelle Lupus-Medikamente. Viehbacher betont die Herausforderung, wertvolle Vermögenswerte zu finden, die den hohen Marktprämien gerecht werden. So arbeitete Biogen beim letztjährigen JP Morgan Healthcare Conference an zwei bedeutenden Kooperationen, darunter eine Partnerschaft mit Neomorph zur Erforschung molekularer Klebstoff-Vernichter.

