Beiersdorf: Solides Wachstum trotz Herausforderungen in China
Der Konsumgüterriese Beiersdorf zeigt im ersten Quartal Stärke durch eine hohe Nachfrage nach seinen Dermatologieprodukten und glänzt mit einem robusten Geschäft bei seinen Tesa-Klebebändern. Allerdings bleiben die Geschäfte in China aufgrund des andauernd anspruchsvollen Marktumfelds weiterhin problembehaftet. Unternehmenschef Vincent Warnery äußerte sich vorsichtig in Bezug auf die Wachstumsaussichten für das Konsumentengeschäft mit Hautpflegemarken wie Nivea, Eucerin und LaPrairie für das zweite Quartal. Dennoch halten die Hamburger an ihren Jahreszielen fest und erwarten eine Aufwärtsbewegung in der zweiten Jahreshälfte.
Am Aktienmarkt sorgte Beiersdorf am Dienstag für Aufsehen: Die Aktie des DAX-notierten Unternehmens eröffnete den Handel mit einem Kurssprung von mehr als zwei Prozent, womit die Erwartungen der Analysten übertroffen wurden. Später am Vormittag pendelte sich die Aktie nach einem kurzen Rückgang ins Minus knapp ein Prozent im Plus ein, verblieb allerdings etwas hinter dem deutschen Leitindex zurück.
Für das erste Quartal meldete Beiersdorf einen Umsatzzuwachs um 3,3 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Organisch stiegen die Erlöse, bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, um 3,6 Prozent. Besonders das Dermatologiegeschäft verbuchte dabei zweistellige Zuwächse, während das Massengeschäft der Marke Nivea moderater wuchs. LaPrairie, die Luxuspflegesparte, litt unter den anhaltenden Herausforderungen in China und im reiseabhängigen Einzelhandel, was das Unternehmen zu einer Reduzierung seiner Lagerbestände veranlasste.
Warnery erwartet eine schrittweise Erholung in den letzten beiden Quartalen des Jahres. Die zurückhaltende Prognose für das zweite Quartal sieht ein organisches Wachstum am unteren Ende der angestrebten Vier-bis-Sechs-Prozent-Spanne. Fachleute hatten hier höhere Erwartungen. Dennoch bekräftigte der Konzern seine Jahresprognose mit einem organischen Wachstum im selben Rahmen.
Im Tesa-Klebergeschäft kalkuliert Beiersdorf mit einem Anstieg von einem bis drei Prozent, abhängig von der Erholung der schwächelnden Automobilindustrie. Im ersten Quartal erzielte Tesa ein bemerkenswertes organisches Umsatzplus von 10,7 Prozent, getrieben von der Elektronikbranche. Die Gewinnmargen sollen leicht über dem Vorjahresniveau liegen.
Ebenfalls optimistisch blickt Beiersdorf auf die US-Zollpolitik: Ein Drittel der Produktion findet in den USA statt, während die mexikanische Produktion vom USMCA-Abkommen profitiert und somit von Zöllen verschont bleibt.

