BBVA verstärkt Übernahmeversuch von Banco Sabadell trotz Widerstand
BBVA, die renommierte spanische Großbank, lässt sich nicht entmutigen und setzt ihren Übernahmeversuch des Konkurrenten Banco Sabadell fort. In einem kühnen Schritt hat sie ihr Übernahmeangebot um rund 10 Prozent erhöht. Anders als zuvor handelt es sich nun um einen reinen Aktientausch, wie das Institut mitteilt. Doch Sabadell zeigt sich unbeeindruckt. Konzernchef Cesar Gonzalez-Bueno meint, die neue Offerte sei immer noch nicht verlockend genug und bezeichnete die Änderungen als "geringfügig" im spanischen Rundfunk.
Aktuell bietet BBVA ihren Aktionären eine von BBVA emittierte Aktie für 4,8376 Sabadell-Aktien an. Dadurch würde Sabadell mit etwa 17 Milliarden Euro bewertet, was einem Aufschlag von rund 1,5 Prozent auf den letzten Börsenkurs entspricht. Sollte die Transaktion abgeschlossen werden, würden Sabadell-Aktionäre in der Folge 15,3 Prozent an BBVA besitzen. Trotz dieser Verlockungen führte die Ankündigung zu einem Kursverlust der BBVA-Aktien von über zwei Prozent, während Sabadell-Papiere nach der Ablehnung um mehr als drei Prozent fielen.
Diese erneute Initiative von BBVA stellt eine bemerkenswerte Trendwende dar, nachdem das Management bisher kein Interesse an einer Modifikation des Angebots gezeigt hatte. Ursprünglich war ein Vorschlag von einer neuen BBVA-Aktie plus 0,70 Euro je 5,5483 Sabadell-Aktien unterbreitet worden, was einer Bewertung von etwa 15,5 Milliarden Euro entsprach. Auch dieser Plan war auf Widerstand gestoßen, nicht nur von Sabadell, sondern auch seitens der spanischen Regierung. Diese fordert im Falle eines erfolgreichen Deals, dass Sabadell noch mehrere Jahre eigenständig geführt wird – ein Hindernis, das Synergien in der Fusion erheblich erschweren könnte.
Ein Zusammenschluss der beiden Geldhäuser würde zweifellos einen neuen Koloss im spanischen Bankenwesen schaffen, mit einer globalen Präsenz von mehr als 140.000 Mitarbeitern.

