Bank of Japan beschließt Verkauf riskanter Vermögenswerte: Ein Schritt zur Normalisierung
Die Bank of Japan (BoJ) hat sich entschieden, ihre bislang beibehaltenen Leitzinsen unverändert zu lassen, nimmt jedoch nun den Verkauf von risikobehafteten Vermögenswerten auf. Dieser Schritt markiert eine weitere Etappe bei der schrittweisen Beendigung ihres massiven Stimulusprogramms.
Auf der zweitägigen Sitzung, die am Freitag endete, entschloss sich die BoJ, ihre Bestände an ETFs jährlich im Wert von etwa 330 Milliarden Yen und Immobilien-Investmentfonds (REITs) für etwa 5 Milliarden Yen zu verkaufen. Zwei von neun Vorstandsmitgliedern stimmten gegen die Beibehaltung des Kurzfristzinssatzes von 0,5% und befürworteten eine Anhebung auf 0,75%, konnten sich jedoch nicht durchsetzen.
Für Hirofumi Suzuki, Chef-Währungsstratege bei der SMBC in Tokio, kam diese Entscheidung überraschend. Die beginnende ETF-Verkäufe und die Gegenstimmen waren eher restriktiv, trotz Erwartungen eines gleichbleibenden Kurses. Charu Chanana von Saxo in Singapur hob die zunehmende Debatte innerhalb der BoJ über eine schnellere Normalisierung hervor. Dies könnte der japanischen Währung in naher Zukunft Unterstützung bieten.
Ben Bennett von L&G Asset Management in Hongkong betonte den restriktiven Charakter der Sitzung, vor allem im Kontext der jüngsten Zinssenkung der US-Notenbank. Masato Koike, Ökonom beim Sompo Institute Plus, erwartet zwar keinen großen Einfluss auf die Aktienkurse, betont jedoch, dass die Art und Weise des Verkaufs von ETFs eine bedeutende Wende darstellt.
Ungeachtet der aktuellen Entscheidungen bleibt abzuwarten, wie die BoJ auf zukünftige wirtschaftspolitische Entwicklungen reagieren wird, insbesondere mit Blick auf mögliche Zinserhöhungen bis zum Jahresende.

