Babynahrungsmarkt in Turbulenzen: Danone-Aktie im Sinkflug
Die Aktien des französischen Lebensmittelkonzerns Danone sanken am Mittwoch auf ein neues Jahrestief von 65 Euro. Ursache dieser Talfahrt waren Bedenken hinsichtlich verunreinigter Babynahrung, die in einem nervösen Handelsbeginn resultierten. Kurzzeitig verzeichnete die Aktie einen drastischen Kursverlust von fast zwölf Prozent, welcher sich zuletzt auf 5,2 Prozent reduzierte.
Der gegenwärtige Skandal betrifft ein Toxin namens Cereulid, das in einem von Lieferanten gelieferten Inhaltsstoff entdeckt wurde. Das Gift, produziert von bestimmten Bakterien, kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen und führte bereits zu Rückrufaktionen bei Danone sowie den Wettbewerbern Nestle und Lactalis. Im Zusammenhang mit diesen Entwicklungen erreichten Nestle-Aktien bereits am Vortag ein Tief seit Ende September.
Besonders alarmierend wirkte die Anordnung der singapurischen Lebensmittelbehörde, die den Rückruf der Marke Dumex veranlasste, die seit 2022 zu Danone gehört. Analysten berichteten, dass ein Broker dieses Problem bei Kunden besonders hervorgehoben hatte, während die Investoren ungeduldig auf eine offizielle Stellungnahme von Danone warteten.
Zudem verschärfte ein Kommentar der Bank of America die Abwärtsbewegung, indem auf das Rekordtief der Geburtenrate in China hingewiesen und eine Schrumpfung des chinesischen Babynahrungsmarktes bis 2028 vorhergesagt wurde. Dieser von Antoine Prevot beschriebene Einbruch könnte den operativen Gewinn von Danone erheblich beeinträchtigen, da 18 Prozent des Gewinns in diesem Segment erwirtschaftet werden.
Der Marktbeobachter Andreas Lipkow führte zudem die Analyse der Deutschen Bank an, in der Tom Sykes die Verkaufsempfehlung für Danone bekräftigte. Er argumentierte, dass die Bewertung der Aktien zunehmend schwer zu rechtfertigen sei, während die Importe chinesischer Säuglingsnahrung stagnieren. Eine offizielle Statistik aus Peking beleuchtete, dass 2025 pro 1.000 Einwohner nur noch durchschnittlich 5,63 Kinder geboren wurden – der niedrigste Stand seit 1949, was die Besorgnis verstärkt, dass der Marktwert von Unternehmen dieser Branche mit Fokus auf China sinken könnte.

