Australien weist iranischen Botschafter wegen antisemitischer Angriffe aus
Australien hat in einer beispiellosen diplomatischen Maßnahme den iranischen Botschafter ausgewiesen und seine Botschaft in Teheran geschlossen. Dieser drastische Schritt erfolgte nach Erkenntnissen des australischen Inlandsgeheimdienstes ASIO, dass die iranische Regierung hinter antisemitischen Angriffen auf die jüdische Gemeinde in Australien steckt. Ziel dieser Angriffe waren unter anderem eine Synagoge in Melbourne und ein koscheres Restaurant in Sydney. Premierminister Anthony Albanese betonte die außergewöhnlich feindselige Natur dieser Handlungen und deren destabilisierende Wirkung auf den sozialen Frieden.
Neben der Ausweisung von Botschafter Ahmad Sadeghi und drei weiteren Diplomaten legte die australische Außenministerin Penny Wong besonderen Wert auf die historische Einmaligkeit dieser Entscheidung. Die australische Botschaft in Teheran wurde ebenfalls evakuiert, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Wong riet australischen Bürgern zudem dringend, den Iran zu verlassen und Reisen dorthin zu unterlassen.
Der ASIO-Chef Mike Burgess hob hervor, dass die iranischen Revolutionsgarden ein komplexes Netzwerk von Stellvertretern nutzen, um ihre Beteiligung zu verschleiern. Innenminister Tony Burke wies darauf hin, dass die Angriffe, obwohl niemand körperlich verletzt wurde, erheblichen psychologischen Schaden in der jüdischen Gemeinschaft verursacht haben.
Im Oktober letzten Jahres war das jüdische Restaurant Lewis' Continental Kitchen in Sydney Ziel eines Brandanschlags, gefolgt von einer Brandstiftung in der Adass-Israel-Synagoge in Melbourne. Beide Vorfälle alarmierten die jüdische Gemeinde zutiefst. Burke kündigte an, dass das Strafrecht verschärft werden soll, um die Revolutionsgarden auf eine Terrorliste zu setzen, und betonte die Unakzeptierbarkeit des erreichten Aggressionsniveaus.

