Aufwind im deutschen Wohnungsbau: Erstmals seit Jahren positive Genehmigungszahlen

Der Wohnungsbau in Deutschland erlebt einen lang ersehnten Aufschwung. Nach einem dreijährigen Rückgang verzeichnete das Statistische Bundesamt 2025 einen Anstieg der Wohnungsbaugenehmigungen auf 238.500 Einheiten. Dies entspricht einem bedeutenden Zuwachs von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das den tiefsten Wert seit 2010 markiert hatte. Zum ersten Mal seit 2021 ist somit ein positiver Trend sowohl im Neubau als auch im Umbau von Wohngebäuden zu verzeichnen.
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sieht darin ein Anzeichen für eine eingeleitete Trendwende im Wohnungsbau. Besonders das starke zweite Halbjahr, das einen Zuwachs von 17,8 Prozent aufweist, stimmt die Ministerin optimistisch. Laut Hubertz zeigt sich in der Branche nicht nur eine verbesserte Stimmung, sondern auch wachsende Investitionen – ein Resultat, das sie auf entschlossene politische Maßnahmen zurückführt.
Die Umsetzung der genehmigten Projekte wird allerdings noch Zeit in Anspruch nehmen. Branchenexperten schätzen, dass in diesem Jahr rund 215.000 Wohnungen fertiggestellt werden – etwa 20.000 weniger als 2025 und insgesamt deutlich unter dem benötigten Niveau. In städtischen Ballungsräumen wie München, Frankfurt und Berlin bleibt der Mangel an erschwinglichem Wohnraum eine ernste Herausforderung. Die aktuelle schwarz-rote Koalition hat es sich zum Ziel gesetzt, den Wohnungsbau durch raschere Genehmigungsverfahren deutlich voranzutreiben.
Die Bauministerin blickt zuversichtlich auf die kommenden Jahre und glaubt, dass der positive Trend sich 2026 fortsetzen wird. Dennoch erwarten die meisten Unternehmen der Branche signifikante Wirkungen dieses „Bau-Turbos“ erst in den Jahren 2027 und 2028.
Dennoch zeigen die vorliegenden Zahlen, dass 2025 insgesamt 194.200 Wohnungen in neu zu errichtenden Gebäuden genehmigt wurden, was einem Zuwachs von 13,2 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Einfamilienhäuser legten um kräftige 17,2 Prozent auf 44.500 zu, während sich die Zahl neuer Zweifamilienhäuser mit 12.600 beinahe unverändert zeigte. Besonders bei Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig am stärksten vertretenen Kategorie, stiegen die Genehmigungen um 12,1 Prozent auf 128.100 Wohnungen.

