Aufwärtstrend im deutschen Wohnungsbau: Ifo-Index zeigt ersten Hoffnungsschimmer
Der September bringt einen spürbaren Wandel in die Atmosphäre des deutschen Wohnungsbaus. Der Geschäftsklimaindex des renommierten Münchner Ifo-Instituts klettert um 4,6 Punkte und erreicht damit seinen höchsten Stand seit August 2022. Trotz dieser positiven Bewegung bleibt der Index mit einem Wert von minus 21,8 Punkten auf einem relativ niedrigen Level. Die Baubetriebe blicken weniger düster auf ihre derzeitige Situation und sind optimistischer hinsichtlich ihrer zukünftigen Perspektiven als noch vor einem Monat.
"Der Wohnungsbau schöpft etwas Hoffnung", erklärt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut. "Es wäre jedoch verfrüht, von einer echten Trendwende zu sprechen – das schlimmste scheint jedoch überstanden."
In den Jahren von 2016 bis 2021 befand sich der Index, abgesehen von einem kurzen pandemiebedingten Einbruch, konstant im positiven Bereich. Mit dem Beginn des Ukrainekrieges jedoch geriet er unter enormen Druck. Über die letzten eineinhalb Jahre arbeitete sich die Stimmung allmählich aus diesem Tief heraus, und Anfang 2024 war sie gar 30 Punkte schlechter als der jetzige Wert.
Dennoch belastet die Auftragslage weiterhin die Branche. Der Anteil der Unternehmen, die über mangelnde Aufträge klagen, kletterte von 45,7 auf 46,7 Prozent. Auch die Stornierungen verbleiben, laut Ifo, auf hohem Niveau. Klaus Wohlrabe dazu: "Die gestiegenen Baugenehmigungen haben sich bisher noch nicht in den Auftragsbüchern widergespiegelt."

