Aufhellung der Unternehmensstimmung im Euroraum lässt aufhorchen
Deutsche Staatsanleihen erlebten nach ihren jüngsten Kursgewinnen eine leichte Korrektur. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verzeichnete am Donnerstag einen Rückgang um 0,15 Prozent auf 129,19 Punkte. Im Gegenzug kletterte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,74 Prozent an.
Ein bedeutender Faktor war die positive Überraschung bei den Konjunkturzahlen: Die Unternehmensstimmung im Euroraum verzeichnete eine unerwartete Aufhellung. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex erreichte im August den höchsten Stand seit 15 Monaten, was als Zeichen für die robuste Widerstandsfähigkeit der Eurozonen-Wirtschaft trotz bestehender Zöllen interpretiert wird. Andrew Kenningham, Chefvolkswirt bei Capital Economics, sieht die Europäische Zentralbank angesichts des anziehenden Preisdrucks in der Lage, die Leitzinsen im September unverändert zu belassen.
Indes verhielten sich die Investoren zurückhaltend im Vorfeld des Notenbanker-Treffens in Jackson Hole. Die Rede des US-Notenbankchefs am Freitag steht im Mittelpunkt des Interesses. Hier erwarten die Anleger Hinweise darauf, ob Jerome Powell eine mögliche Zinssenkung signalisiert. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Druck auf die Federal Reserve ausgeübt, die Zinsen merklich zu senken.

