Auf der Suche nach einer neuen Fed-Spitze: Bessents ambitionierte Kandidatensuche
US-Finanzminister Scott Bessent hat kürzlich erklärt, dass die Trump-Regierung einen neuen Vorsitzenden für die Federal Reserve sucht. Dabei ist es besonders wichtig, eine Person mit einer offenen Denkweise zu finden. Elf potenzielle Kandidaten werden derzeit geprüft, um Jerome Powell zu ersetzen, dessen Amtszeit im Mai nächsten Jahres endet. Bessent plant, die erste Interviewrunde bis Anfang Oktober abzuschließen.
Obwohl er sich von der Qualität einiger Kandidaten beeindruckt zeigt, bleibt ihre Identität vorerst ein Geheimnis. Dennoch soll eine engere Auswahlstärke möglicher Kandidaten Präsident Trump präsentiert werden. Während der Präsident bereits drei Favoriten ins Auge gefasst hat – Kevin Warsh, Chris Waller und Kevin Hassett – hat Bessent den Kandidatenkreis erweitert.
Letzte Woche lobte Bessent den ehemaligen Präsidenten der St. Louis Fed, Jim Bullard, nach einem längeren Gespräch intensiv, wobei er Bullards akademisches Wissen und Fachkenntnisse in der Geldpolitik hervorhob. Parallel weist CNBC darauf hin, dass auch Rick Rieder von BlackRock Interesse signalisiert hat.
Abseits der Personalsuche äußerte Bessent Kritik an der gegenwärtigen Fed-Strategie. In einem kürzlich erschienenen Artikel wandte er sich gegen die „Missionserweiterung“ und institutionelle Überlastung der Fed, was ihrer Unabhängigkeit schade. Bessent fordert daher eine Neuausrichtung der Fed-Politik.
Auch die gegenwärtige Zinspolitik unter Powell wird kritisch gesehen. Trotz der Senkung des Leitzinses um einen Viertelpunkt bleibt Bessent der Meinung, dass die Zinsen weiter gesenkt werden sollten, um den wirtschaftlichen Bedingungen gerecht zu werden. Innerhalb der Fed gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wie schnell die Zinsen weiter gesenkt werden sollten, wobei Stephen Miran für eine großzügigere Senkung plädiert.

