Audi Dieselskandal: Zweiter Strafprozess eröffnet vor dem Landgericht München II
Die juristische Aufarbeitung des Dieselskandals bei Audi setzt sich vor dem Landgericht München II fort und erreicht nun eine weitere Phase. Das Verfahren, das am Montag beginnt, sieht sich mit vier ehemaligen Audi-Mitarbeitern konfrontiert, darunter zwei ehemalige Vorstände sowie ein ehemaliger Bereichs- und Hauptabteilungsleiter. Der Vorsitzende dieser Verhandlung wird Richter Andreas Bayer sein.
Im Vergleich zu dem ersten hochkarätigen Strafprozess, in dem unter anderem Rupert Stadler, der ehemalige Chef von Audi, involviert war und zu einer Bewährungsstrafe sowie einer Geldzahlung verurteilt wurde, zeigt sich das aktuelle Verfahren in der Zusammensetzung der Beteiligten weniger prominent. Das Urteil gegen Stadler, dessen Prozess über 170 Tage andauerte, ist mittlerweile rechtskräftig. Für den aktuellen Prozess sind bereits 50 Verhandlungstage vorgesehen.
Im Fokus der Anklage stehen vornehmlich Betrugsvorwürfe in mittelbarem Zusammenhang. Diese erstrecken sich über diverse Einzelvorfälle, die jedoch stets eine signifikante Anzahl von Fällen betreffen. Die Angeklagten müssen sich zudem wegen falscher Beurkundungen und strafbarer Werbemaßnahmen verantworten. Die Schadenssummen, die in den Raum gestellt werden, sind beträchtlich und erreichen teilweise milliardenhohe Beträge.
Der Dieselskandal, der 2015 aufgedeckt wurde, hatte seinerzeit die gesamte Automobilbranche erschüttert. Die Enthüllung betraf den Einsatz unzulässiger Software durch den VW-Konzern, inklusive Audi, um Abgastests zu manipulieren. Die Diskrepanzen zwischen den Testergebnissen auf Prüfständen und den tatsächlichen Emissionen im Straßenverkehr führten zu weitreichenden Konsequenzen. Auch die rechtlichen Auseinandersetzungen in Braunschweig gegen VW-Mitarbeiter finden parallel statt und unterstreichen das anhaltende Ausmaß des Skandals.

