Entwicklung im Dieselskandal: Audi vor Gericht
Der zweite Prozess im Zusammenhang mit dem Dieselskandal bei Audi hat begonnen. Vier ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens, darunter zwei frühere Vorstände, ein Bereichsleiter und ein einstiger Hauptabteilungsleiter, stehen vor dem Landgericht München II. Ihnen wird unter anderem Betrug vorgeworfen. Im Mittelpunkt stehen Dieselmotoren mit einer Software, die Abgasnormen auf Prüfständen, jedoch nicht im normalen Betrieb einhielt.
Bedeutend ist, dass die Beteiligung der Angeklagten variierte: Einige waren in die Entwicklung der Motoren involviert, während andere die Manipulation beauftragten. Die Vorwürfe gegen die Ex-Vorstände umfassen die Genehmigung der Produktion dieser Fahrzeuge und das Unterlassen einer Rückrufaktion.
Die Zahl der betroffenen Fahrzeuge und der dabei entstandenen Schäden ist beträchtlich. Für einige Angeklagte geht es um bis zu 430.000 Fahrzeuge, mit Schäden, die bis zu drei Milliarden Euro betragen könnten. Jeder Fall zeigt unterschiedliche Schadenshöhe abhängig von der Berechnung.
Im Vergleich zum ersten Verfahren hat der aktuelle Prozess weniger bekannte Namen auf der Anklagebank. Rupert Stadler, ehemaliger Audi-Chef, wurde damals zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldzahlung verurteilt. Schon damals erstreckte sich der Prozess über 170 Verhandlungstage. Der jetzige Prozess ist mit 50 angesetzten Terminen ebenfalls umfassend.
Der Dieselskandal erschütterte die Automobilbranche im Jahr 2015 grundlegend. Damals setzte der VW-Konzern, zu dem auch Audi gehört, Software ein, die Abgastests verfälschte. Auf der Straße lagen die Emissionen höher als auf den Prüfständen. Neben München laufen auch in Braunschweig Verfahren gegen VW-Beschäftigte.
Anders als beim ersten Prozess aufsehenerregenderem Schauplatz, begann dieses Verfahren in bescheidenerem Ambiente. Ein kleiner Gerichtssaal mit einfachem Teppichboden und Möbeln empfing die Anwesenden. Die Angeklagten folgten der Verlesung der Anklagen größtenteils regungslos.

