Aroundtown: Gewinnrückgang trotz stabiler Mieteinnahmen und optimistischer Prognose

Gewinnrückgang im ersten Quartal
Der Gewerbeimmobilienspezialist Aroundtown hat im ersten Quartal des laufenden Jahres einen deutlichen Rückgang seines Gewinns verzeichnet. Die Finanzierungskosten sind gestiegen und die erwarteten Bewertungsgewinne blieben aus, was zu einem Rückgang des Nettogewinns um rund 63 Prozent auf 118,9 Millionen Euro führte. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da das Unternehmen im Vorjahreszeitraum von erheblichen Aufwertungen seines Immobilienportfolios profitierte.
Stabilität trotz Herausforderungen
Trotz des Rückgangs hat der Vorstand unter der Leitung von Barak Bar-Hen die bereits im April angepasste Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt. An der Börse reagierte der Markt jedoch negativ auf die Zahlen, was zu einem Kursverlust von 2,8 Prozent auf etwa 2,51 Euro führte. Der Aktienkurs hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 5 Prozent verringert und hat seit seinem Hoch im Februar über 20 Prozent an Wert verloren.
Operatives Ergebnis unter Druck
Das operative Ergebnis, gemessen am FFO I, fiel im ersten Quartal um acht Prozent auf 70,2 Millionen Euro. Die gestiegenen Finanzierungskosten, die von 54,7 Millionen Euro auf 69,9 Millionen Euro anstiegen, belasteten die Ertragslage erheblich. Auch die Ergebnisbeiträge aus Beteiligungen nahmen ab, was die Situation weiter komplizierte.
Robuste Mieteinnahmen
Trotz dieser Herausforderungen zeigen sich die Mieteinnahmen relativ stabil. Die Nettomiete stieg leicht auf 296,7 Millionen Euro, und auf vergleichbarer Basis legten die Mieten konzernweit um 3,0 Prozent zu. Besonders stark entwickelten sich die Bereiche Wohnungen und Hotels, während das Bürogeschäft in Deutschland weiterhin unter einer gedämpften Nachfrage leidet, die durch die langsame konjunkturelle Erholung bedingt ist.
Strategische Maßnahmen zur Stabilisierung
Aroundtown hat in den vergangenen Jahren stark unter den gestiegenen Zinsen und der Krise am europäischen Immobilienmarkt gelitten. Um die Bilanz zu stabilisieren, hat das Unternehmen begonnen, Immobilien zu verkaufen und eigene Aktien zurückzukaufen. Seit Jahresbeginn wurden Immobilienverkäufe im Wert von 300 Millionen Euro unterzeichnet, wobei im ersten Quartal Objekte im Wert von 27 Millionen Euro über dem Buchwert verkauft wurden.
Fokus auf Wohnimmobilien
Zusätzlich hat Aroundtown seine Beteiligung am Wohnimmobilienunternehmen Grand City Properties (GCP) von 62,5 auf 81,5 Prozent erhöht. Diese strategische Entscheidung zielt darauf ab, das stabilere Geschäftsfeld der Wohnimmobilien weiter auszubauen. Der Konzern erwartet, dass diese Beteiligung sowie die geplanten Käufe und Verkäufe von Immobilien sowie Aktienrückkäufe positive Effekte auf das operative Ergebnis haben werden.
Optimistische Prognose für das Gesamtjahr
Trotz der Herausforderungen bleibt das Management optimistisch und strebt ein operatives Ergebnis zwischen 275 und 305 Millionen Euro an, was eine Steigerung im Vergleich zu 288 Millionen Euro im Vorjahr darstellt. Das Aktienrückkaufprogramm, das Ende Januar gestartet wurde, sieht den Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu 250 Millionen Euro vor, wobei bereits im ersten Quartal etwa 93 Prozent dieses Volumens umgesetzt wurden. Die Anteile wurden zu einem durchschnittlichen Preis von 2,55 Euro pro Aktie erworben, was unter dem Buchwert liegt.
Insgesamt bleibt Aroundtown ein Unternehmen, das trotz der aktuellen Herausforderungen durch strategische Maßnahmen und einen klaren Fokus auf Wachstum und Stabilität bestrebt ist, den Shareholder Value zu maximieren.

