AMD stellt neue KI-Chips vor und geht in die Cloud
In San Jose präsentierte AMD im Rahmen seines Advancing AI-Events die neuesten KI-Chips der MI350-Reihe sowie Details zur kommenden MI400-GPU-Serie. Diese Innovationen, einschließlich der MI350X und MI355X, fordern direkt Nvidia und dessen Blackwell-Reihe heraus. Laut AMD bieten die neuen Prozessoren bis zu vierfach höhere KI-Leistungsfähigkeit und verbesserte Verarbeitungseigenschaften im Vergleich zu den Vorgängermodellen.
Bemerkenswert ist die Speicherkapazität der neuen Chips, die mit 288GB HBM3E aufwarten – mehr als Nvidia's Blackwell-Einheit mit 192GB, jedoch bietet Nvidia in seiner GB200-Superlösung insgesamt 384GB Speicherplatz durch die Kombination zweier GPUs. Nutzer können zwischen Einzelchips oder Plattformlösungen mit jeweils acht GPUs wählen, was bis zu 2,3TB Speicher umfasst.
Darüber hinaus offenbart AMD Einzelheiten zur MI400-Serie, die 2026 auf den Markt kommen soll. Diese GPUs sollen bis zu 432GB HBM4 und beeindruckende Geschwindigkeiten von 19,6TB pro Sekunde bieten. Konkurrenz erhält diese Serie durch Nvidias zukünftige GB300 Blackwell Ultra Prozessoren sowie den Rubin AI GPU.
Zum krönenden Abschluss des Events stellte AMD die AMD Developer Cloud vor, die Entwicklern ermöglicht, über die Cloud-Plattform Zugriff auf AMDs MI300- und MI350-GPUs zu erhalten. Dies eröffnet Möglichkeiten, leistungsstarke Hardware zu nutzen, ohne Investitionen tätigen zu müssen. Auch Nvidia geht mit einem ähnlichen Angebot mit seinem kürzlich gestarteten DGX Cloud Lepton Service an den Start.
Finanziell betrachtet hat AMD in den letzten 12 Monaten 24% verloren, während Nvidia einen Anstieg von über 19% verzeichnen konnte. In diesem Jahr liegt AMD mit einem Minus von 0,2% knapp im Rückstand, jedoch konnte Nvidia einen Zuwachs von 7% verzeichnen. Beide Unternehmen stehen vor Herausforderungen aufgrund von Exportkontrollen für KI-Chips in China, was bei AMD zu einer erwarteten Belastung von 800 Mio. USD führt, während Nvidia eine Wertminderung von 4,5 Mrd. USD verbucht und mit Umsatzeinbußen von 8 Mrd. USD rechnet.

